Straßennamen: Sitzung am 29. Juni

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Rita Bake ist Expertin für Hamburgs Straßennamen Foto: Biehl

Namensgeber sollen wegen ihrer NS-Vergangenheit von den Straßenschildern verschwinden

Langenhorn Jetzt stehen Ort und Termin fest: Am Montag, 29. Juni, tritt der Regionalausschuss zu einer Sondersitzung zusammen. Einziger Tagesordnungspunkt: die Umbenennung der Konjetzny- und der Max-Nonne-Straße. Aus diesem Grund findet die Sitzung auch nicht – wie meist – in Fuhlsbüttel, sondern in der Mensa der Schule Neubergerweg 2 statt. Beginn ist um 18 Uhr, Einlass ab 17.30 Uhr. Die Politiker rechnen mit zahlreichen Interessierten. Wie mehrfach berichtet, sollen die beiden Namensgeber wegen ihrer NS-Vergangenheit von den Straßenschildern verschwinden. Bis Redaktionsschluss lagen dem Ausschuss 18 Vorschläge für neue Namen vor. Auf der Sitzung sollen die Ideengeber Redezeit bekommen, um ihren Vorschlag zu begründen. Auch die Anwohner werden gehört, weitere Namensvorschläge können ebenfalls eingebracht werden. Die endglültigen Beschlüsse werden in einer späteren Sitzung gefasst.
Als Expertin hat der Ausschuss die stellvertretende Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung, Dr. Rita Bake, eingeladen. Das ist kein Zufall: Schon vor mehr als zehn Jahren hatte Bake begonnen, nach den Biografien der Menschen zu forschen, nach denen in Hamburg Straßen benannt sind. Dabei kam heraus: „In Hamburg sind 2500 Straßen nach Männern benannt, aber nur 357 nach Frauen“, sagte die Historikerin dem Wochenblatt.
Die Frauen-Biografien erschienen seinerzeit in einer Broschüre mit dem Titel „Wer steckt dahinter?“. Es wird jetzt in die dreiteilige Publikation „Ein Gedächtnis der Stadt“ integriert, deren erster Teil - eine zusammenfassende Analyse - jüngst erschienen ist. Teil drei, der im Herbst veröffentlicht werden soll, verspricht Zündstoff: Darin werden schrittweise auch die Biografien der männlichen Namensgeber veröffentlicht. Und darunter sei noch mancher NS-Belastete, kündigte Bake an. Insofern dürfte es für den Regionalausschuss bald noch mehr zu tun geben. Denn auch in Langenhorn müssen noch, wie berichtet, einige Straßennamensgeber auf den Prüfstand, so Franz Oehlecker, Theodor Heynemann und Theodor Fahr. (bcb)
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