Streit um Radweg in Langenhorn

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Zu Abschüssig, zu schmal: 2008 schloss die Polizei diesen Weg, der trotz Sperrstangen von Radfahrern genutzt wird. Nun soll gleich nebenan ein Fahrradweg entstehen Foto: Kuchenbecker
Hamburg: Olenland |

Veloroute 6: Kritik an fehlender Information und Mitnahme der Bürger

Von Nicole Kuchenbecker
Langenhorn
Die Anwohner sind nicht gefragt worden, auch die Polizei nicht. Im Alleingang hat Rot-Grün jetzt im jüngsten Regionalausschuss einen Fahrradweg durch den Olenland beschlossen. Noch vor einigen Jahren war hier extra der Weg mit Sperren gesichert worden, damit Radler die Abkürzung zwischen Ring 3 und der Fritz-Schumacher-Siedlung nicht zur ungehinderten Durchfahrt nutzen. Heute sollen sogar Bäume für die neue Velo-Route weichen.

Besitzverhältnisse unklar

Dabei ist nicht ganz klar, wem diese Fläche, die nun geöffnet werden soll, eigentlich gehört.„Die grüne Fahrrad-Ideologie mit der Brechstange hält weiter Einzug in Langenhorn. Weder Wohngemeinschaft Olenland e.V. noch die unmittelbar betroffenen Bürger entlang der Bezirksroute 6 wurden involviert“, kritisiert Nizar Müller, CDU-Wahlkreisabgeordneter für Langenhorn. Es geht um eine kleine Rasenfläche auf der vereinzelt Bäume stehen. Diese müssten weg, eine Hecke zum Gehlengraben hin geöffnet werden, sollte hier tatsächlich die Route 6 im bezirklichen Radverkehrskonzept entstehen. Momentan wird noch das Zwischenstück Olenland und Gehlengraben, gleich neben dieser Fläche, ein etwa 60 Meter langer Weg, als Radweg genutzt. Doch der ist eigentlich nicht legal befahrbar. 2008 schloss die Polizei diesen Weg, weil die angrenzenden Häuser ihren Zugang hier haben, er in Richtung Gehlengraben abschüssig, insgesamt mit 2,50 Metern recht schmal und von sichthemmenden Hecken bewuchert ist. Anwohner zeigen sich von den Plänen der Politik überrascht. Mit ihnen ist nicht über den möglichen Bau eines Radweges gesprochen worden.

Radweg bei Anwohnern unerwünscht

„Wir wollen hier keinen Radweg haben“, sagt eine Anwohnerin energisch. Auch scheint nicht ganz klar, wem eigentlich die Rasenfläche, die umgebaut werden soll, gehört. Statt Ausgleichsfläche könnte das Rasenstück im Besitz des Vereins sein. Das will Müller klären. Auch der Gartenbauverein KGV 458 Heimat Höpen, gleich auf der anderen Seite des Gehlengrabens, möchte eigentlich weniger statt mehr Radverkehr auf seinen Wegen. Müller: „Die Gefahr, dass spielende Kinder auf den engen Gehwegen des Kleingartenvereinsgeländes zu Schaden kommen können, ist somit mehr als vorprogrammiert.“ Schon jetzt weisen die Laubenpieber auf die Gefahr mit einem Hinweisschild hin. Sie bitten, Rücksicht auf spielende Kinder zu nehmen und Schrittgeschwindigkeit zu fahren. Mit einer Mehrheit von Rot-Grün wurde im Regionalausschuss beschlossen, das Bezirksamt zu bitten, sich mit den Planungen zum Bau eines Zweirichtungsradweges zu beschäftigen. Diese Maßnahme wird nun samt Kostenschätzung auf die Liste der zu priorisierenden Maßnahmen für den Neu-, Um- und Ausbau von Verkehrswegen gesetzt.
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