Studie zum Thema Radschnellwege

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Joachim Brunkhorst aus Norderstedt ist der Radverkehrsbeauftragte für den Kreis Segeberg Foto: Fuchs
 
In Henstedt-Ulzburg zeigt CDU-Gemeindevertreter Jens Müller, wo der Radschnellweg verlaufen könnte Foto: Fuchs

Ohne Stau schneller zur Arbeit. Norderstedt und Hamburg prüfen „Radautobahnen“

Von Burkhard Fuchs
Norderstedt
Die Kommunen haben das Fahrrad als Alternative für den automobilen Verkehr entdeckt. So hat Norderstedt zum Beispiel seit Jahren seine Radwege ausgebaut und beteiligt sich an einem bundesweiten Modellversuch, Lastfahrräder zum Einkaufen zu nutzen. Doch damit nicht genug. Nun sollen die Arbeitspendler durch schnelle Radwege zum Umsteigen vom Auto aufs Zweirad bewegt werden. Wie man ohne Auto schnell ins Büro kommen kann, soll eine Machbarkeitsstudie herausfinden. Dabei geht es um einen neuen, breiteren und gut ausgebauten Radweg von Alsterdorf über Norderstedt bis Henstedt-Ulzburg und darüber hinaus bis Kaltenkirchen und Bad Bramstedt sowie die möglichen Kosten. Ziel ist es, dass es möglichst wenig Ampeln oder andere Hindernisse gibt, damit Radfahrer nicht anhalten oder absteigen müssen.

„Radautobahnen“

„Je mehr Menschen das Fahrrad statt des Autos wählen, desto besser ist die Luft für uns alle und desto weniger Pendlerstau haben wir auf der Straße“, sagt Thorsten Schmidt von den Grünen in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord. Darin sind sich die Hamburger Politiker und die des Umlandes einig. Der Umweltausschuss des Kreistages Segeberg hat 100.000 Euro für diese Machbarkeitsstudie bewilligt, die eine erste dieser „Radautobahnen“ planen soll, die von Bad Bramstedt über Nützen, Kaltenkirchen, Henstedt-Ulzburg und Norderstedt nach Hamburg führt. Auch die Stadt Hamburg hat dafür 150.000 Euro zur Verfügung gestellt, wie Grünen-Politiker Schmidt erfuhr. „Diese Route entlang der A7-Achse bietet das größte Potenzial“, sagt Joachim Brunkhorst, der neue Radverkehrsbeauftragte des Kreises Segeberg aus Norderstedt.

Korridore werden im ersten Schritt geprüft

Die Studie der Technischen Universität Harburg soll Mitte des Jahres vorliegen,
80 Prozent der Kosten trägt die Metropolregion Hamburg. Dabei geht es zunächst um die Korridore der Radwege, die konkreten Trassen sollen in einem zweiten Schritt festgelegt werden. Die Korridore werden nach Erreichbarkeit, Nutzungspotenzial, Umsetzbarkeit und Kosten ausgewertet.Neuerdings stünden dafür sogar Bundesmittel zur Verfügung, kündigt der CDU-Bundestagsabgeordnete Gero Storjohann aus Seth an: „Der Bund wird dafür erstmals einen eigenen Fördertopf mit zunächst 25 Millionen Euro für dieses Jahr bereitstellen. Weitere 25 Millionen Euro sind für die Folgejahre vorgesehen.“ Der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) habe ihm gegenüber versichert, dass er den „Radverkehr pushen“ wolle.

Ohne Stau zur Arbeit

Für den jetzt geplanten etwa 35 Kilometer langen Radschnellweg von Hamburg über Norderstedt nach Bad Bramstedt rechnet Brunkhorst mit 600.000 Euro Baukosten je Kilometer, also etwa 21 Millionen Euro. Zum Vergleich: Ein Kilometer Bundesautobahn kostet etwa zehn Millionen Euro, so Storjohann. In Norderstedt könnte der neue Radschnellweg an der Schleswig-Holstein-Straße entlang führen, so der Bundestagsabgeordnete. „Und über die B432 stelle ich mir am Ochsenzoll eine Brücke vor, über die die Radfahrer ohne anhalten zu müssen nach Hamburg reinfahren“, schaut er die Zukunft: „Es geht in erster Linie darum, ohne Stau schnell zur Arbeit zu kommen.“
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1 Kommentar
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Rainer Stelling aus St. Georg | 12.02.2017 | 13:21  
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