Tarpenbek-Pfad: Bürger wütend über Sperrung

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Ursula Bülow (75) kämpft für die Nutzung des beliebten Weges entlang des Bachlaufs Foto: Krause

Bezirk Nord soll Weg für Radler und Fußgänger ausbauen

Langenhorn Ein seit Jahrzehnten bei Spaziergängern, Joggern und Radfahrern beliebter Weg entlang dem Tarpenbek, von der Straße Tarpen bis zum Rückhaltebecken am Suckweg, wurde im Juli 2015 vom Bezirk Nord mit einem Aufwand von rund 4.000 Euro zu einem verbotenem Pfad gemacht. Im Amtsdeutsch liest sich das verkürzt so: „Der wasserwirtschaftliche Arbeits- und Schauweg wurde vom Fachbereich Tiefbau des Fachamtes Management des öffentlichen Raumes gesperrt... Die Herstellung eines verkehrssicheren Weges innerhalb der Gewässerparzelle, verbunden mit der verkehrssicheren Unterhaltung des Baubestandes, das Freischneiden des notwendigen Lichtraumprofils für Radfahrer sowie einer höheren Frequentierung steht nicht im Einklang mit der geforderten gewässerökologischen Entwicklung der Tarpenbek... Der Schauweg ist nicht verkehrssicher. Folgerichtig musste die Benutzung unterbunden werden. Eine Absperrung mittels Reiterbalken stellt eine wirksame und kostengünstige Lösung dar.“ Eine Lösung, die so halbherzig angelegt wurde, dass sie für Radfahrer, Kinderwagen und Fußgänger kein Hindernis darstellt. „Unterbinden“ sieht anders aus. Allerdings ist die Interessenlage nicht ganz einheitlich. Radfahrer betrachten die Route häufig als „ihre“ Piste und benutzen sie in sportlichem Tempo. Fußgänger und Jogger sehen das kritisch. Ursula Bülow, Leiterin eines Nordic-Walking-Angebots, möchte die Radfahrer am liebsten ganz von diesem Pfad verbannen. „Radfahrer zerstören den naturbelassen Untergrund“ urteilt sie „und tragen dazu bei, dass der Weg immer schlechter wird.“ Ihre Forderung: „Andere Bezirke beschränken sich in solchen Fällen mit dem Hinweis ‚Betreten auf eigene Gefahr‘ und hier wäre zusätzlich angebracht ‚Radfahrer absteigen‘. Das wäre gut für den Weg und gut für die Sicherheit.“ Die CDU geht sogar noch weiter. In Übereinstimmung mit seinen Kollegen in Norderstedt fordert der Abgeordnete Nizar Müller, den Weg so auszubauen, dass die Nutzung für beide Gruppen möglich ist. Ganz anders sieht es Timo B. Kranz, Bezirksabgeordneter der Grünen: „Wenn man sich die Situation vor Ort anschaut, wird sehr schnell deutlich, dass die Herstellung eines sicheren Weges an dieser Stelle nicht einfach ist. Einerseits wäre dies aufgrund der Komplexität mit hohen Kosten verbunden, andererseits bedeutet es einen umfangreichen Eingriff in das Gewässer und viele Bäume und Büsche entlang der Böschung müssten weichen. Insofern ist die grüne Position eindeutig: Selbst wenn der Bezirk das Geld in die Hand nehmen wollen würde, spricht der Eingriff in die Natur gegen eine solche Baumaßnahme.“ (fjk)
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