Tarpenbek-Pfad wieder freigeben

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Langenhorner Bürger an einem der für gut 3.000 Euro errichteten Balken, die den Pfad halbherzig absperren Foto: fjk
 
Dieses Schild würden viele gern durch „Durchgang auf eigene Gefahr“ ersetzt sehen. Besser noch wäre eine Verbesserung des Pfades entlang des Tarpenbek Foto: Krause

Seit Unfall versperren Balken den Weg. Bürger mit Situation unzufrieden

Von Franz-Josef Krause
Langenhorn
Seit Jahrzehnten ist er nicht nur bei Langenhorner und Norderstedter Spaziergängern, Laufsportlern und Radfahrern beliebt – der Pfad entlang dem Bach Tarpenbek. Vom Schmuggelstieg bis zur stark befahrenen Straße „Tarpen“ gut ausgebaut, ist er von hier bis zum Rückhaltebecken Suckweg, amtlicherseits ein „Schauweg“ und nicht für die öffentliche Nutzung bestimmt. Dessen ungeachtet nutzen ihn täglich viele Menschen. Eine Situation, mit der das zuständige Bezirksamt Nord lange gut leben konnte. Bis es zu einer „Gefahrenmeldungen“ kam und die Behörde „zur Abwehr möglicher Schadensersatzansprüche an die Freie und Hansestadt Hamburg eine längst überfällige Sperrung veranlasste“. Im Klartext: Im Sommer 2015 war eine Radlerin aus Norderstedt auf diesem Pfad gestürzt und hatte sich über dessen Zustand beim Bezirksamt Nord beschwert.

Halbherzige Sperrung

Daraufhin erfolgte letztlich eine – wenn auch halbherzige – Sperrung des entsprechenden Pfadabschnitts mit Balken. Die Bezirksverwaltung argumentiert, es handle sich um einen Arbeits- und Schauweg zur Gewässerbesichtigung, der „keine Ausbaustandards für die allgemeine Nutzbarkeit“ aufweise. Nun warnen „Kein Durchgang“-Schilder vor dem Betreten der beliebten Passage. Obwohl die Balken in der Praxis keine Behinderung darstellen, sind längst nicht alle Nutzer mit dieser eher pragmatischen Lösung zufrieden. Eine, die sich ganz besonders engagiert, ist Ursula Bülow, Leiterin eines Nordic-Walking-Angebotes. Zwar sind ihr die Radfahrer auf dem Pfad ein Dorn im Auge, aber wenn es der Sache dient, ist sie für eine Koexistenz. „Ich habe in nur wenigen Tagen weit über 250 Unterschriften gesammelt“, sagt Bülow. Und weiter: „Und täglich wächst die Zahl derjenigen, die mit ihrer Unterschrift dokumentieren, dass die jetzige Situation unerträglich ist.“

Weitere Unterstützung

Inzwischen hat Bülow auch Unterstützung in der Bezirksversammlung. Nicht nur Nizar Müller von der CDU, sondern auch Martina Schenkewitz und Thomas Kegat von der SPD gaben bei einem Termin vor Ort zu Protokoll, dass sie die Forderungen aus der Bevölkerung nachvollziehen können. Die Grünen, ebenfalls angefragt, waren verhindert, rückten aber nicht von ihrer Haltung ab, dass sich an der heutigen Situation nichts ändern soll. Und eine qualitative Verbesserung des Weges ist für sie ausgeschlossen. „Einerseits wäre dies aufgrund der Komplexität mit hohen Kosten verbunden, andererseits bedeutet es einen umfangreichen Eingriff in das Gewässer und viele Bäume und Büsche entlang der Böschung müssten weichen“, äußerte sich Timo B. Kranz auf Anfrage. Und weiter: „Insofern ist die grüne Position eindeutig: Selbst wenn der Bezirk das Geld in die Hand nehmen wollen würde, spricht der Eingriff in die Natur gegen eine solche Baumaßnahme.“ Eine Position, die bei der SPD nicht ganz geteilt wird. „Geht es sonst um Projekte für Radfahrer“, sagt Martina Schenkewitz, „sind die Grünen auch nicht zu zimperlich, wenn es um das Fällen von Bäumen oder für den Radwegausbau notwendige Gelder geht.“ Damit hat sie nicht nur die Nutzer des „Alsterwanderwegs“ der Langenhorner auf ihrer Seite, sondern auch Nizar Müller von der CDU. Dieser Großen Koalition sollte es gelingen, in der Bezirksversammlung einen Weg zu finden, der allen dient. Bis das soweit ist, werden sich die Freunde des Pfades weiterhin pragmatisch verhalten – vielen würde es, so war zu hören, schon reichen, wenn die Schilder „Kein Durchgang“ durch „Durchgang auf eigene Gefahr“ ersetzt werden.
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