Toter Winkel birgt Gefahren

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Michaela Nölting zeigt den Bereich des Toten Winkels bei einem Lkw: Alles was orange ist, ist für den Fahrer praktisch unsichtbar Foto: wb
Hamburg: Langenhorn Marktplatz |

Verkehrsaktion in Langenhorn für mehr Verkehrssicherheit und Rücksichtnahme

Von Nicole Kuchenbecker
Langenhorn
Wenn es zu Lkw-Unfällen mit Radfahrern oder Fußgängern kommt, lässt das meist keine Rückschlüsse auf das Fahrverhalten des Lkw-Fahrers zu. Vielmehr spielt der Tote Winkel eine entscheidende Rolle bei der Unfallursachen-Findung. Daher informierten jetzt Langenhorns Schulpolizisten mit einer ungewöhnlichen Aktion über den Toten Winkel auf dem Marktplatz und ließen Langenhorner Schüler mal einen Blick in den Spiegel werfen.

Vorsicht gilt für alle Verkehrsteilnehmer

Stadtteilpolizist Thomas Wieben rät, dass Verkehrsteilnehmer niemals auf ihr Recht pochen sollten. Nachsicht kommt an. Das gilt auch für Radfahrer und Fußgänger, wenn es um Lkw geht. „Der Fahrer sieht einfach nichts“, sagt Wieben, „das kann man hier gut sehen.“ Auf dem Marktplatz steht ein Lkw. Rechts davon ein Fahrrad, in einem Bereich, den man den Toten Winkel nennt. Eigentlich müsste man meinen, dass der Mensch auf dem Fahrersitz das Rad sehen müsste. Doch weit gefehlt. Auch die sechs Jahre alte Amy-Lynn aus der Vorschule Eberhofweg kann den Drahtesel nicht ausmachen. Da hilft es auch nicht, dass Schulpolizist Wolfgang Hötte, ihr in der Fahrerkabine erklärt, dass dort wirklich ein Fahrrad zu sehen sein müsste. Das Mädchen kann es einfach nicht ausmachen. Mit diesen Aktionen wollen die Schulpolizisten Hötte und Michaela Nölting Schüler, Eltern und Interessierte auf die Situation der Lkw-Fahrer aufmerksam machen.

Kinder und Eltern sensibilisieren

„Wir müssen Kinder und Eltern sensibilisieren“, sagt die Polizistin, „der Tote Winkel fährt einfach mit. Das ändert sich auch nicht, wenn man längere Zeit neben einem Lkw hergefahren ist.“ Hat man das Prinzip des Toten Winkels verstanden, so hoffen die Polizeibeamten auf mehr Toleranz und Achtsamkeit bei den Verkehrsteilnehmern. „Es ist ja keine böse Absicht, dass der Fahrer uns rechts neben sich nicht sieht“, sagt Nölting noch einmal mit Nachdruck, aber es sei oftmals eine Unfallursache.Nach Auskunft der Unfallkasse Nord kamen 2016 etwa 135 Radfahrer und Fußgänger durch das Abbiegen eines Lkw bundesweit zu Tode.
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