Verein lehnt Bauprojekte in der Feldmark ab

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Sabine Bartel, Andreas Fritzsche und Jürgen Seyer (von links) wollen mit ihrem Verein weiter die Bebauung der Hummelsbüttler Feldmark verhindern Foto: fbt

Hummelsbütteler prüfen Klagenmöglichkeiten

Hummelsbüttel Nach der Einigung zwischen dem Dachverband der Initiativen für gute Integration und der Stadt, die einen Volksentscheid zur Größe von Flüchtlingsunterkünften abgewendet hatte, ist der Verein zur Erhaltung der Hummelsbüttler Feldmark weiter entschieden gegen Bauprojekte in der Feldmark. Das Hamburger Wochenblatt hat sich mit drei Vereinsmitgliedern getroffen.
Wer sich mit Sabine Bartel (50, aus Hummelsbüttel), Andreas Fritzsche (43, aus Poppenbüttel) und Jürgen Seyer (68, Hummelsbüttel) unterhält, trifft drei ausgesprochen differenziert argumentierende, bestens belesene und fachkundige Menschen. Sie befürchten, dass die Hummelsbüttler Feldmark mit ihren zusammenhängenden Natur- und Landschaftsschutzgebieten in den nächsten Jahren in größerem Umfang für Wohnungsbau herangezogen wird. Derzeit sei ein neues Klimagutachten in Arbeit, das nach der Sommerpause fertiggestellt werden soll. Der Verein hat das Konsenspapier mit der Stadt, das einen Volksentscheid über die Flüchtlingsunterkünfte abwenden soll, nicht mitgetragen. Als Verein, so Sabine Bartel, könnten sie nicht gegen die Bebauung klagen. Naturschutzverbände, ergänzt Jürgen Seyer, hätten dieses Recht. Der Verein sei vom Naturschutzbund unterstützt worden – dessen Vertreter nahmen an den Verhandlungen mit der Politik teil. „Der Senat beruft sich auf einen Notstand“, so Andreas Fritzsche, das Recht verlange, notwendige Eingriffe gering zu halten. Nun gingen die Flüchtlingszahlen zurück, also müssten auch die geplanten Baukörper kleiner ausfallen. Berufe man sich auf das Sicherheits- und Ordnungsgesetz, wie es bei einigen Erstaufnahmen der Fall war, müsste nach Wegfall der Voraussetzungen sogar ein Rückbau folgen, sagt Fritzsche.

Zweifel bleiben


„Wir sortieren uns neu“, fügt er hinzu. Man spreche mit Anwohnern, die klagen dürften, prüfe, inwieweit das Tierreich von einer Bebauung beeinträchtigt werde. „Die Landschafts- und Naturschutzgebiete stehen in engem Zusammenhang, die Politiker überhören das“, sagt Seyer. Dass das Bauprojekt am Wilden Moor wirklich gestorben ist, glaubt Andreas Fritzsche nicht – er nimmt an, dass nur auf die „Expressbauten“ verzichtet werde. Jede Einzelfläche in der Feldmark solle erfasst werden, fügt Sabine Bartel hinzu. Die Planungen am Rehagen gingen weiter, dass ein Vereinsmitglied eine Ersatzfläche angeboten habe, sei ignoriert worden. „Wann fängt die Stadt an, intelligente Stadtplanung zu machen?“, fragt Sabine Bartel. Es gebe doch „genug Menschen mit Visionen“. Darüber, wie viel Mitsprache ihrem Verein, dem rund 300 Menschen angehören, eingeräumt wird, ist sie „nicht hoffnungsvoll“ gestimmt. (fbt)
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