Villa Kunterbunt in Langenhorn

Wann? 26.02.2017

Wo? Eberhofweg 75, Eberhofweg 75, 22415 Hamburg DE
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Sarah Koptz als Pippi Langstrumpf hat viele Charaktere unter einen Hut zu bringen Foto: Krause
Hamburg: Eberhofweg 75 | Mütter spielen und singen am 26. Februar für ihren Hamburger Stadtteil

Langenhorn Seit 2004 wird jährlich der Kulturpreis Hamburg Nord verliehen. Im Jahr 2007 landete der Preis in Langenhorn. Verdient hätten ihn schon lange die singenden und tanzenden Mütter, die seit mehr als zwei Jahrzehnten jedes Jahr ein Stück in der Faschingszeit für ihre Kinder und den ganzen Stadtteil auf die Bühne bringen. Was fast noch phantastischer ist – jedes Jahr wird die Theaterfackel an die nächste Müttergeneration weitergereicht, sodass neben theatererfahrenen Frauen auch immer wieder Debütantinnen auf der Bühne stehen.

Tolle Gemeinschaft

„Wir hatten“, so Swetlana Leitz, „in diesem Jahr zwei Ab- aber gleichzeitig vier Zugänge!“ Berufliche Theatererfahrung hat keine der rund 20 Frauen aufzuweisen. Da tummeln sich die Lehrerin neben der Apothekerin, die Chemikerin, die Verkäuferin, die Zahntechnikerin, die Hotelfachfrau oder die Redakteurin mit sichtlichem Vergnügen in Pippi Langstrumpfs kunterbunter Welt. Die Frauen sind auch ohne Theater gut ausgelastet und spielen nicht, weil ihnen daheim vor Langeweile die Decke auf den Kopf fällt. „Wir sind eine tolle Gemeinschaft“ ist immer wieder zu hören, wenn nach der Motivation gefragt wird, viele Stunden nach Feierabend für ein Stück zu proben. Es gibt aber auch pädagogische Gründe „Unsere Kinder sollen sehen, wie schön es sein kann, anderen Zeit zu schenken und nicht nach Bezahlung zu fragen.“ Warum ist die Spiel-Gemeinschaft so ein Dauerbrenner? „Unsere lockere, aber dennoch verbindliche Projekt-Gemeinschaft entspricht dem Lebensgefühl junger Menschen“, fasst Swetlana Leitz zusammen „Ein Verein oder ähnliches wirkt eher abschreckend.“

Alle Rollen den Frauen

In einer Zeit, in der bedingt durch die großen Wanderungsbewegungen die kulturellen Unterschiede des Frauenbildes verstärkt in den Fokus geraten, gilt bei den theaterbegeisterten Damen der Kernsatz: „Alle Rollen den Frauen!“ Denn Männer sucht man auf der Bühne vergebens. Das war in Europa nicht immer so. Besonders anschaulich zeigte das der bezaubernde Film „Shakespeare in Love“ mit Gwyneth Paltrow und Joseph Flennes in den Hauptrollen. Allein sieben „Oscars“ hat der Streifen gewonnen. Ein gut’ Teil der Spannung der turbulenten Geschichte speist sich aus dem damaligem Verbot für Frauen, auf der Bühne schauspielerisch wirken zu dürfen. Alle Rollen, auch die der Frauen, mussten von Männern gespielt werden. Einen umgekehrten Zwang gibt es in Langenhorn natürlich nicht, dennoch hat sich bisher kein Mann auf die Bretter, die die Welt bedeuten, getraut. Auch das kleine Orchester, das mit viel Schwung die schauspielernden Frauen unterstützt, ist rein weiblich besetzt. (fjk)

Musical „Pippi Langstrupf“: Sonntag, 26. Februar, 15 Uhr, in der Mensa der Katharina von Siena Schule am Eberhofweg 75. Eingeladen ist der ganze Stadtteil. Der Eintritt ist frei
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