Was macht der Palmkohl in Langenhorn?

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Nach vollbrachter Arbeit wurden die Schilder mit den Gemüsesorten aufgestellt Foto: oj
 
Lina, Fatoumata und Nila (v.l.) freuen sich über die schmutzigen Hände Foto: oj
Hamburg: Tweeltenmoor 10 |

Kita Tweeltenmoor startet in die „Gemüseackerdemie“

Von Olaf Jenjahn
Langenhorn
„Wo sind die Karotten?“, fragt die vierjährige Ranim, als sie auf den Gemüseacker blickt, an den die sechs Helfer der „Gemüseackerdemie“ letzte Handgriffe anlegen, bevor es endlich losgeht. Sie steht mit ihren Freundinnen am Zaun des Gartens und freut sich auf das, was da gleich kommen wird. Nach Tagen der intensiven Vorbereitung können die Mädchen und Jungen der Kita endlich „ihr“ Gemüse anpflanzen. Wobei noch geklärt werden muss, welches Gemüse die Kinder überhaupt mögen. Hoch im Kurs stehen neben den Karotten auch Salat und Gurke. Lediglich Leni schüttelt jedes Mal heftig den Kopf: „Ich mag gar kein Gemüse“. Dennoch ist die Fünfjährige wenig später eifrig dabei, als es darum geht, Kartoffeln in die Erde zu bringen oder den Zucchini anzupflanzen.

Mais für Popcorn

Die Kinder werden in kleine Gruppen eingeteilt und von den Helfern fach- und altersgerecht angeleitet. Jens Clausen arbeitet mit Nila, Lina und Fatoumata und bringt Mais, Gurke und Kürbis in die Erde. Die drei Mädchen sind mit Begeisterung dabei und freuen sich darauf, dass sie bald ihr eigenes Gemüse ernten können. „Aus Mais kann man Popcorn machen“, weiß Nila, staunt aber, wie klein die Mais-Pflänzchen noch sind und wie groß diese werden können. „So hoch werden die“, sagt die Fünfjährige, und reckt ihren Arm ganz weit in die Höhe. Weil die Pflanzen bereits vorgezogen sind, nennt Helfer Jens das Anpflanzen „die Pflanzen von der Vorschule in die Schule bringen“. Auch an anderer Stelle wird gebuddelt, gepflanzt und gegossen. Sarah, Moritz, Jonas und Luca beackern mit Nasim ihr Beet. Luca hält ein kleines Pflänzchen hoch und schaut sich die Rote Beete genauer an. Dass da mal die dicken roten Knollen dran wachsen sollen, kann er sich derzeit noch gar nicht vorstellen. Auch mit dem Palmkohl können die Kinder (noch) nicht viel anfangen. „Palmkohl ist ein wenig wie Grünkohl. Seinen Namen hat er aufgrund seines Aussehens. Die Blätter haben Ähnlichkeit mit einer Palme“, erläutert Kristina Kara, die für dieses Projekt verantwortlich zeichnet.

Verständnis für gesunde Ernährung

Nach gut zwei Stunden sind alle Beete angelegt, die Kinder sind stolz auf ihre Arbeit und können sich auf die kommenden Wochen freuen, wenn sie sehen, was aus ihrer Arbeit entsteht. „Für uns ist erst einmal die Arbeit getan, ab jetzt kümmern sich die Kinder und die Mitarbeiter der Kita um den Garten“, sagt Kristina Kara, die mit der Gemüseackerdemie zehn Projekte in Hamburg und Schleswig-Holstein betreut. Ziel ist es, am Beispiel der Produktion und der Vermarktung von Gemüse landwirtschaftliches Basiswissen zu vermitteln und Verständnis für gesunde Ernährung zu entwickeln. „Wir bekommen einmal in der Woche einen Newsletter mit nützlichen Tipps für die Pflege unserer Beete“, sagt Kita-Leiter Hans Faßbender. Auch ihm ist eine gewisse Aufregung für dieses Gartenprojekt nicht abzusprechen. „Wir werden mit den Kindern zweimal in der Woche nach unseren Beeten schauen“, sagt er. Dass schon nach gut drei Wochen die erste Ernte eingefahren werden kann, überrascht dann aber auch den Kita-Leiter. „Wie bitte, stimmt das?“, fragt Faßbender. Als erstes haben sich die Radieschen „angekündigt“.

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