Wo sollen die Flüchtlinge in Hamburg leben?

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Flüchtlinge in Hamburg: Es herrscht weiterhin ein hoher Bedarf an Plätzen zur Unterbringung Archivfoto: wb

Noch immer leben 7.000 Menschen in provisorischen Unterkünften

City/Langenhorn Auch, wenn aktuell Flüchtlingszahlen zurückgehen, besteht laut Verwaltung weiter ein hoher Bedarf an Plätzen zur Unterbringung. Darüber, wie das geschehen soll, wird weiter engagiert diskutiert. Nach Angaben von Sprecherin Kerstin Graupner aus dem zentralen Flüchtlingsstab der Verwaltung kamen in der vorigen Woche im Schnitt 80 Menschen täglich nach Hamburg. Im Februar waren es 100. Auf den Monat gesehen hat Hamburg im Februar 2.841 Schutzsuchende registriert, Hamburg zugewiesen wurden 2.342, wovon 2.156 untergebracht werden mussten. Im vergangenen Oktober waren die Zahlen laut Kerstin Graupner wesentlich höher: Damals waren über 10.000 Menschen nach Hamburg gekommen.

Perspektive geben


Damit bleibt die Frage, wo die neuen Nachbarn leben können, weiter auf dem Tisch. Es sei mit den normalen Mitteln des Wohnungsbaus nicht mehr möglich, den Menschen eine eigene Perspektive zu geben, heißt es in einem Schreiben der beiden SPD-Parlamentarier Tim Stoberock (Bürgerschaft) und Xavier Wasner (Bezirksversammlung Wandsbek). Die Forderung der Volksinitiative, 100 zusätzliche Unterkünfte stadtweit im Abstand von einem Kilometer zu bauen, sei „absolut nicht umsetzbar“. Letztlich sehe man „in den Bebauungsprojekten am Poppenbütteler Berg, am Rehagen und am Wilden Moor daher noch die Beste der uns zur Verfügung stehenden Lösungen“. Die CDU vermeldete, ihr seien ausreichende Antworten auf die Frage, ob in Hamburg-Nord zur Verfügung stehende Flächen zur Unterbringung von Flüchtlingen nutzbar seien, verweigert worden. Mitgeteilt worden sei nur, dass es insgesamt 4.020 Flächen in städtischem Besitz gebe, von denen 489 größer als ein Hektar seien.

Bauten verteilen


Der Verein zum Erhalt der Hummelsbütteler Feldmark erinnerte daran, dass bei einem Workshop der Hamburgischen Architektenkammer Anfang März lediglich zwei Bauvorhaben zur Flüchtlingsunterbringung als gänzlich ungeeignet eingestuft worden seien – dabei dreht es sich um die am Wilden Moor und am Rehagen. Der Verein greift in seiner Presseinfo ausdrücklich den Vorschlag der Architektenkammer auf, hochwertige Holzmodulbauten zu errichten. „Diese könnten auf unzähligen kleinen Flächen der Stadt und auf Privatgrundstücken, verteilt über das ganze Stadtbild, gebaut werden“. Vorstandsmitglied Steffen Haack zufolge hätten Planer aus den Reihen des Vereins bereits Konzepte erarbeitet, die ausführungsreif vorlägen. Wie geht es im Frühjahr weiter? Offensichtlich wird auch beim Senat damit gerechnet, dass die Flüchtlingszahlen wieder steigen. Kerstin Graupner wies gegenüber dem Hamburger Wochenblatt darauf hin, dass immer noch 7.000 Menschen in provisorischen Unterkünften leben – etwa in ehemaligen Baumärkten.
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