Wohnen auf dem alten Freibadgelände

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So sieht das Gelände des Familienbades nach dem Umbau zum Wohnquartier aus. In der Realität gibt es deutlich mehr Baumbestand, der auf der Grafik zur besseren Visualisierung nicht dargestellt wurde Grafik: bof Architekten
Hamburg: Am Hasenberge |

Eigentums- und Mietwohnungen in Ohlsdorf vorgestellt

Franz-Josef Krause
Ohlsdorf
„Rettet das Freibad Ohlsdorf“ hieß ein Bürgerbegehren, mit dem im Jahr 2009 im Bezirk Nord fast 35.000 wahlberechtigte Bürger die Pläne durchkreuzten, den nördlichen Teil des Familienfreibades Ohlsdorf mit Wohnungen zu bebauen. Per Anweisung wurde 2015 der Bürgerwille beiseite gewischt und der Bezirk vom Senat angewiesen, einen entsprechenden Bebauungsplan auf den Weg zu bringen.

Alte Emotionen kochten hoch

Bei der ersten öffentlichen Informationsveranstaltung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplanentwurf kochten alte Verletzungen wieder hoch (das Wochenblatt berichtete). „Wir lehnen die Bebauung ab – es geht hier um gestohlenes Gebiet!“, war zu hören. Das „gestohlene Gebiet“ – rund 9.100 Quadratmeter – ist inzwischen verkauft worden. Hier wird die cds Wohnbau Hamburg zusammen mit der Otto Wulff GmbH Eigentumswohnungen „am Alsterlauf“ errichten. Kaufinteressenten können sich schon heute auf der Internetseite des Unternehmens vormerken lassen.

35 öffentlich geförderte Mietwohnungen

Dass auch 35 öffentlich geförderte Mietwohnungen gebaut werden müssen, findet dort keine Erwähnung. Die weniger geplante Lage dieser Sozialwohnungen nahe der lauten Bahntrasse wurde von den knapp 100 Teilnehmern kritisch angemerkt. Ansonsten gab es Bedenken zur möglichen Beschattung bestehender Wohneinheiten und zu Schallreflexionen. Ebenfalls bemängelt wurde, dass bei 115 Wohnungen lediglich 98 Garagen-Parkplätze vorgesehen sind. Das, so Vertreter des Bauausschusses, ist für Hamburger Verhältnisse geradezu üppig, da es in der Stadt keine Vorgaben gibt, bei Wohnungsbau überhaupt Parkraum zu schaffen.

45 Baumfällungen

Mehrfach hervorgehoben wurde die klare Zielsetzung, den Neubaukomplex optisch dem bereits vorhandenen Baubestand der Straßen „Am Hasenberge“ und „Im Grünen Grunde“ anzupassen und soweit wie möglich vorhandene Bäume zu erhalten. Dennoch werden 45 Bäume den Bauarbeiten weichen müssen. Der Wanderweg zum Alsterlauf wird weiter frei zugängig sein, doch da das Grundstück zum Wasser hin abschüssig ist, wird die Garage nicht ganz unter der Erde verschwinden, sondern als „Fundament“ für die drei-, vier- und fünfstöckigen Wohnbauten dienen. Zudem wird sie teilweise begrünt. Die Zufahrt erfolgt über die Straße „Im Grünen Grunde“. Nach Einarbeitung der Bürger-Anregungen wird die Verwaltung die Anwohner erneut informieren.

Weitere Infos: cds Wohnbau Hamburg

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