Zum Fluglärm kommt noch Fahrzeuglärm

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Gummiabrieb auf der Straße, direkt vor dem beliebten Ausflugsziel, dem Coffee to Fly an der Holtkoppel Foto: Kuchenbecker
 
Thomas Kegat im Gespräch mit der Anwohnerin. Gemeinsam machten sie sich vor Ort ein Bild Foto: Kuchenbecker

Zu schnelle und laute Autos, zugeparkte Wege. Langenhorner sind von „Coffee to Fly“-Gästen an der Holtkoppel genervt

Von Nicole Kuchenbecker
Langenhorn
Die Straßen seien mit Autos rund um das Coffee to Fly, dem beliebten Freizeitlokal an der Holtkoppel, bei schönem Wetter verstopft. Dann sei hier kein Durchkommen mehr, sagen Anwohner. Doch das ist nicht das Schlimmste: Laute Motorengeräusche von Autos und Motorrädern sorgen besonders in den Abendstunden und der Nacht für schlechte Laune bei den Nachbarn. Die SPD reagierte und brachte einen Antrag in den Regionalausschuss ein. Das Coffee to Fly ist ein beliebtes Ausflugsziel, besonders wenn man Flugzeuge mag. Denn von dem Café aus hat man einen ungetrübten Blick auf die Lande- und Startbahnen am Hamburg Airport. Das zieht nicht nur Spotter auf den liebevoll genannten Affenfelsen, sondern auch Familien und Ausflügler aus ganz Norddeutschland. Doch mit der Beliebtheit steigt auch das Ärgernis: Der Aussichtspunkt liegt am Rande eines Wohngebietes. Rundherum herrscht Tempo 30 auf den Straßen. „Wir haben hier schon den Fluglärm“, sagt eine Anwohnerin, „jetzt müssen wir nicht noch die lauten Motorengeräusche haben.“ Zu schnell fahrende Autos, zugeparkte Wege, das Aufheulen von Motoren rufen die Anwohnerin auf den Plan. Aber auch die Polizei hat die Situation rund um die Holtkoppel im Blick. Enno Lagemann, Leiter der Abteilung Prävention und Verkehr bei der Langenhorner Polizei, besichtigte gemeinsam mit dem SPD-Bezirksabgeordneten Thomas Kegat den Zufahrtsweg zum Café. Er hörte sich vor Ort die Beschwerde der Anwohnerin an. Bislang seien alle Messkontrollen durch die Polizei aber eher unauffällig gewesen, so Lagemann. Das bedeute aber keineswegs, dass die Anwohnerin im Unrecht sei. „Vielleicht haben wir an den falschen Tagen gemessen“, so der Beamte weiter. Als ein erstes Handeln will sich Lagemann nun mit seinen Fachleuten im Team beraten und weitere Maßnahmen erarbeiten. Und auch die SPD sieht Handlungsbedarf: Sie brachte in den jüngsten Regionalausschuss den Antrag ein, die Öffnungszeiten des Coffee to Fly-Cafés zu prüfen. Derzeit schließt das Café um 23 Uhr. Das sei dem Politiker zu spät. Kegat verwies aber ausdrücklich darauf, dass man sich einerseits darüber freue, dass der Aussichtspunkt so gut frequentiert würde und man dem Ausflugslokal nicht Weise schaden möchte, aber man müsse auch die Wünsche der Anwohner ernst nehmen. Gemeinsam mit ihrem Mann hat die Anwohnerin eine private Autozählung gemacht: Innerhalb von drei Stunden hätten 374 Autos die Zufahrt hoch zum Aussichtspunkt passiert, so die Anwohnerin. Das sei am 3. Oktober zwischen 13 und 16 Uhr gewesen. Die nächtlichen Störungen kann sie nur schwer dokumentieren. Die Uhrzeiten hält sie fest. Doch auch die Polizei kann derzeit nicht so recht für Abhilfe sorgen: Wenn sie vor Ort sind, sind die lauten Übeltäter bereits weg. Das Café reagiert besonnen auf die Kritik und legte einen Flyer mit der Bitte um Rücksichtnahme aus. Anwohner und Polizei hoffen nun, dass sich die nächtliche Situation etwas beruhigt: Immerhin ist die Motorrad-Saison fast vorbei und so werden wohl auch weniger Kradfahrer in der Winterzeit das Ausflugslokal ansteuern.

Ausflugslokal: Coffee to Fly
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2 Kommentare
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Elke Noack aus Rahlstedt | 17.10.2016 | 17:46  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 18.10.2016 | 15:18  
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