alt-Taste..? Kein Problem

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Ursula Lange führt den Club seit einem Jahr. Ihr nächstes Projekt: Sponsoren für neue PCs zu finden
 
Lernen in kleinen Gruppen: Im Deutsch Senioren Computer Club rückt man zusammen Fotos: now

Langenhorner Verein schult Senioren im Umgang mit PC und Internet

Von Stefanie Nowatzky

LANGENHORNG. Auf dem Wochenplan stehen Bildbearbeitung, Word, Webseitengestaltung, Präsentationen und Flugsimulation – nur eine Voraussetzung müssen die Teilnehmer erfüllen: Älter als 50 Jahre müssen sie sein. So wie Egbert Kiehr. Der 73-Jährige ist zum zweiten Mal beim Deutschen Senioren Computer Club (DSCC) im Oehleckerring. Der Umgang mit Computern und Co ist für ihn kein Problem, doch jetzt hat er angefangen, für einen Maler Bilder digital zu archivieren.

„Und Bildbearbeitung mit learning by doing hat seine Grenzen“, hat Kiehr festgestellt. Im Internet stieß er auf das Angebot des Clubs und war begeistert. Seit 16 Jahren gibt es dort Kurse von Senioren für Senioren, der erste Club dieser Art in Berlin diente als Vorbild.

Die Idee ist einfach: „Wer hier etwas lernt, sollte möglichst selber später anderen etwas beibringen – nach dem Schneeball-Prinzip“, erklärt Dieter Held. Er leitet den Kursus für das kostenfreie Bildbearbeitungsprogramm GIMP, hat sich selber über ein Jahr damit vertraut gemacht, bevor er begann, sein Wissen weiterzugeben. „Ich war Buchhalter, kannte mich gut mit Excel aus“, erzählt er. Alles andere hat er im DSCC gelernt.

Für 8 Euro im Monat können die Mitglieder an jedem Kurs teilnehmen – zwischen vier und zehn Plätze bieten die sechs Unterrichtsräume des Clubs im zweiten Stock des Bürogebäudes in Langenhorn. Manche Mitglieder sind schon jahrelang dabei. Astrid Meyer-Griem über zwölf Jahre, ihre PC-Nachbarin schon über zehn Jahre. Die erzählt: „Meine Kinder haben mir einen Computer hingestellt – da konnte ich erst gar nicht. Angefangen habe ich mit Tonbearbeitungsprogrammen, um meine Platten zu digitalisieren. Inzwischen mache ich Bildbearbeitung, Film, Internet, Power Point und Mails – ich weiß zum Teil jetzt mehr als meine Kinder.“

Abheben im Flugsimulator


Rund 400 Mitglieder hat der Verein, 40 davon geben ihr Wissen als Tutoren weiter, so wie Dieter Held und Astrid Meyer-Griem. Neben dem Kursprogramm bilden sich oft auch Interessengruppen, meist im Anschluss an einen Kurs. „Flugsimulation ist so ein Beispiel“, erzählt Held. „Da sind auch Menschen dabei, die selber früher geflogen sind.“

Vorsitzende ist seit einem Jahr Ursula Lange. Auch sie ist schon seit vielen Jahren dabei. „Ich kannte nur die Software, mit der ich gearbeitet habe. Als ich in Rente ging, hat mir ein Kunde von dem Club erzählt“, sagt sie. „Hier kann jeder in seiner Geschwindigkeit lernen, keiner muss sich genieren“, das ist ihr wichtig. Denn in den kleinen Seniorengruppen heißt es „Wir kümmern uns um alle – auch gegenseitig.“

Allerdings plagen die Vorsitzende nach einem Jahr Amtszeit Sorgen. Grund: Die 40 Computer des Clubs kommen in die Jahre. Sponsoren wie in früheren Jahren sind derzeit nicht in Sicht. Zumindest einen Kostenblock will der Club demnächst verkleinern: So wie aktuell bei der Bildbearbeitung soll auch bei anderen Themen künftig mit frei zugänglichen Programmen geschult werden. Das spart Lizenzgebühren bei Teilnehmern und Verein.

Info: www.dscc-hamburg.de
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