Mutter ließ Baby in Schacht fallen

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Geldstrafe wegen Fahrlässigkeit

Langenhorn Viel Glück im Unglück hatte der fünf Monate alte Jason-Luka bei einem schrecklichen Unfall in einem Mutter-Kind-Haus an der Langenhorner Chaussee. Claudia B., seine Mutter, hatte ihn, wie so häufig, in einer flauschige Stofftasche aus dem Kinderwagen genommen. Sie schleppte das Baby zu ihrer Wohnung im ersten Obergeschoss der Anlage. Als Claudia B. mit einer Hand die Tür zu ihrem Appartement öffnen wollte, stellte sie mit der anderen Hand die Stofftasche mit dem Kind auf dem Handlauf des Treppengeländers ab. Ein Henkel der Tasche glitt ihr aus der Hand. Jason-Luka fiel durch den Schacht des Treppenhauses in die Tiefe.
Das Kind erlitt unter anderem eine Schädelbasisfraktur. Doch seine schweren Verletzungen heilten schnell. Bleibende Schäden trug er nicht davon.
Wegen fahrlässiger Körperverletzung wurde die Mutter jetzt vom Amtsgericht Hamburg Mitte zu einer Geldstrafe von 640 Euro verurteilt. „Sie war gewarnt. Aber sie ließ sich nichts sagen“, berichteten die Betreuer der Mutter. „Unzählige Male haben wir ihr gesagt, dass es gefährlich ist, wenn sie das Kind in der Stofftasche auf einem hohen Tisch oder einem Geländer abstellt. Aber sie tat es immer wieder.“
Das Unglück passierte am Abend des 28. August 2014. Die 25-jährige Angeklagte kam damals von einem Besuch bei ihrer Cousine in der Straßburger Straße in Dulsberg zurück nach Langenhorn. Vor dem Amtsgericht räumt die Angeklagte die Schuld an dem Unglück ein. „Es war sehr heiß an diesem Abend. Ich habe stark an den Fingern geschwitzt. Da ist mir ein Henkel aus der Hand geglitten.“

Betreuer hatten Mutter mehrfach gewarnt


Auf den Vorhalt der Richterin, warum sie denn nicht auf die Betreuer gehört habe, die sie gebeten hatten, die Tasche mit dem Kind immer auf dem Boden abzustellen erklärt die Angeklagte: „Da habe ich wohl einen Fehler gemacht.“ Claudia B. musste nach dem Vorfall das Mutter-Kind-Haus verlassen. Der kleine Junge lebt bei einer Pflegefamilie, wo sie ihn einmal die Woche besuchen darf.
„Eine besondere Zuneigung zu dem Kind hat sie nicht entwickelt. Sie saß mehr vor dem Fernseher oder hat sich ihre Fingernägel lackiert, als dass sie sich um ihr Baby kümmerte“, sagt ihre persönliche Betreuerin. Die Geldstrafe darf Claudia B., die von Hartz IV lebt, abarbeiten. (je)
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