Reetdachkate in Langenhorn zerstört

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Kontrolliert reißt das Technische Hilfswerk das ausgebrannte Bauernhaus ab. Es war nach dem Brand einsturzgefährdet Foto: Kuchenbecker
Hamburg: Langenhorner Chaussee 160 |

Denkmalgeschütztes Bauernhaus an der Langenhorner Chaussee brennt nieder

Von Nicole Kuchenbecker
Langenhorn
Es war ein Idyll; wie ein verwunschener Ort, „versteckt“ hinter hochgewachsenen Bäumen und Sträuchern. Das alte Bauernhaus von 1560 an der Langenhorner Chaussee 160 steht nicht mehr. In der Nacht zum vergangenen Freitag (5./6. Januar) brannte die denkmalgeschützte Reetdachkate völlig nieder. Mehr als 60 Feuerwehrleute – darunter auch die Freiwilligen Feuerwehren aus Langenhorn-Nord, Langenhorn, Fuhlsbüttel und Groß Borstel – waren stundenlang damit beschäftigt, das Feuer in dem gut 240 Quadratmeter großen Bauernhaus unter Kontrolle zu bringen. Kein leichtes Arbeiten, denn Temperaturen um von bis zu minus zehn Grad ließen Hydranten und Löschwasser gefrieren. Die Langenhorner Chaussee musste zudem zeitweise gesperrt werden, da das Löschwasser die Fahrbahn vereiste. „Die Ausbreitung des Feuers auf das gesamte Gebäude konnte nicht verhindert werden“, sagte Werner Mölken, Sprecher der Feuerwehr Hamburg. „Die alarmierten Einsatzkräfte fanden ein frei stehendes, im Dachbereich brennendes Reetdachhaus mit den Ausmaßen 15 mal 20 Metern vor. Personen waren nicht gefährdet.“

Haus stand leer

„Das war mein Elternhaus“, sagt eine Frau, die hinter der Absperrung an der Langenhorner Chaussee steht und immer wieder mit ihrem kleinen Fotoapparat Bilder der völlig ausgebrannten Kate macht. Ein Interview möchte sie nicht geben. Stattdessen verfolgt sie die Abrissarbeiten, die das Technische Hilfswerk (THW) am Morgen nach dem Brand durchführt. Das Haus drohte einzustürzen, sagt der Zugführer auf Wochenblatt-Anfrage während sich der THW-Radlader in der ausgebrannten Ruine immer weiter vorarbeitet. Die alte Bauernkate stand leer. Noch bis Ende des Jahres war sie an verschiedene Künstler vermietet, die im oberen Bereich ihre Ateliers hatten. Unten hatte ein Musiklehrer seine Unterrichtsräume. Mehrere Einbrüche in das Gebäude im vergangenen Jahr machten den Mietern zu schaffen.

Ermittlungen dauern an

Die denkmalgeschützte Kate stand seit Jahren zum Verkauf. Sie wurde auf dem 2933 Quadratmeter großen Grundstück 1560 errichtet und 1913 umfangreich umgebaut. Das Gebäude befand sich trotz seines Alters in einem guten Zustand; sei allerdings sanierungsbedürftig, da die Kate nicht den heutigen Wohnraum-
anforderungen entspreche, hieß es in der Maklerbeschreibung. Haus und Grundstück waren für rund 800.000 Euro angeboten worden. Positive Baubescheide für Teilbebauungen sollen demnach vorgelegen haben. Der Schaden wird auf ungefähr 500.000 Euro geschätzt, die Ermittlungen durch die Polizei laufen.
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