Höchstspannung am Schießstand

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Ann-Christin Schroedter arbeitete sich im Finale von Platz sechs vor und gewann Foto: Maibohm

Regelrechte „Krimi-Entscheidungen“ bei den Norderstedt Open der Luftgewehr-Schützen

Von Thomas Maibohm
Norderstedt
Die größte Überraschung bei den Norderstedt Open hat es in der Königsklasse der Luftgewehrschützen gegeben. Erst musste Seriensieger Hendrik Borchers im Achtelfinale die Segel streichen, dann unterlag Borchers-Bezwinger Christian Hirsch im Finale Ann-Christin Schroedter mit dem allerletzten Schuss der Veranstaltung. In drei Finals fiel die Entscheidung erst mit dem letzten Schuss. In der Jugendklasse lag Lina Meier (Kassau) vor dem letzten Schuss 0,1 Ringe hinter Lisa Raumer aus Bad Bramstedt. Dann schoss Meier eine 10,8, Raumer nur eine 9,2. Im Luftpistolenwettbewerb hatte sich Sarah Kiesewetter nach dem vorletzten Schuss einen Vorsprung von 1,8 Punkten heraus gearbeitet. „Ich hatte das Finale über sehr langsam geschossen. Den letzten Schuss wollte ich einfach nur raushauen und dann in Ruhe abwarten, wie Waldemar antwortet“, sagte die Schützin vom SV Uetze. Denn der Schnellschuss wurde nur eine 7,6. Waldemar Markov von der Wandsbeker Schützengilde traf eine 9,5. Mit 0,1 Punkte, siegte der Hamburger Luftgewehr-Seriensieger. Hendrik Borchers vom KKS Nordstemmen schoss die schlechteste 10er-Serie bei den Open in seiner Karriere. Nur 98,5 Punkte standen für ihn zu Buche. Sein Konkurrent Christian Hirsch vom SFC Ottendorf reichten 100,5 Punkte zum Einzug in die Finalrunde. „Ich komme wieder“, sagte Borchers. Kurios: Im kleinen Finale schoss Borchers 204,8 Punkte. Das waren 1,5 Zähler mehr als Siegerin Ann-Christin Schroedter im A-Finale zum Sieg benötigte. Dafür war das A-Finale an Spannung kaum zu überbieten. Schroedter, Hirsch, Stefanie Reimers von der SK Marxen und Guido Flierbaum aus Bremen, lieferten sich einen Vierkampf um den Sieg mit stetig wechselnden Führungen. Flierbaum und Reimers schieden vor dem Finale aus. Mit dem letzten Schuss legte Ann-Christin Schroedter eine 10,3 vor. Mit einer 10,5, wie sie Hirsch schon viermal zuvor im Finale geschossen hatte, hätte Hirsch gewonnen. Endlose 13 Sekunden nach dem letzten Schuss der Bad Bramstedterin drückte Hirsch ab – und traf nur eine 9,0. Schroedter hatte erstmalig die Norderstedt Open gewonnen. Organisator Jürgen Schumacher sieht trotz der Beliebtheit die Zukunft der Norderstedt Open gefährdet. „Wir brauchen die Meldungen der Schützen über die klassischen Schießstände. Auf digitalen Anlagen funktioniert das mit dem Startgeld nicht. Wir hatten schon dieses Jahr Schützen, die gerne starten wollten, aber im Qualifikationszeitraum keinen analogen Schießstand gefunden haben“, sagte Schumacher.
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