Wenn Fußball (Flüchtlings-)Kinder verbindet

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Die Fußballabteilung von Grün-Weiß Eimsbüttel freut sich über zahlreiche Flüchtlingskinder, die ab sofort am Training regelmäßig teilnehmen. Zu den Neuzugängen zählen insgesamt 16 Mädchen im Alter von fünf bis zehn Jahren. Auch in einigen Jungs-Teams wurden Flüchtlingskinder begrüßt.

Sie kommen zwar aus einer anderen Kultur, aber sie haben mit den deutschen Kindern eine wichtige Gemeinsamkeit: die große Freude am Fußballspielen! Bei der ersten gemeinsamen Trainingseinheit seien ihre deutschen Kinder noch etwas schüchtern gewesen, doch im Laufe des Trainings ist das Eis gebrochen, sagt Trainerin Annika Mollenhauer. „Wenn die Flüchtlingskinder nicht genau verstanden haben, wie eine Übung funktioniert, haben es die deutschen Kinder einfach vorgemacht und den anderen erklärt“, berichtet Annika. Da die Flüchtlingskinder sportspezifische Wörter wie „Leibchen“ nicht auf Anhieb verstanden haben, wurden die Flüchtlingskinder kreativ. „Dann haben sie einfach gesagt, dass das ‚Unterhemden‘ seien, weil sie dieses Wort kannten und alle haben es angenommen“, erinnert sich Annika weiter.
Den Kontakt zwischen den Kindern und dem Verein hat eine ehrenamtliche Helferin hergestellt. Ein Großteil der jungen Kicker wird in Zukunft regelmäßig zum Training kommen. Jetzt ist aber erstmal Zeit zum gegenseitigen Beschnuppern und Kennenlernen angesagt. Die meisten Mädchen kommen aus Syrien, zwei aus Somalia und weitere drei sind aus Madezonien. Für die Kinder ist das Fußballtraining nun eine schöne Gelegenheit, durch den Sport wichtige soziale Kontakte zu knüpfen. Dafür wird es auch Zeit: Sie sind schon seit ungefähr einem Jahr in Hamburg. Seitdem gehen sie auch alle zur Schule oder in den Kindergarten. „Ich konnte bei manchen Mädchen gar nicht glauben, dass sie erst ein Jahr in Deutschland sind, weil sie schon so gut Deutsch sprechen“, sagt Trainerin Annika.
Untergebracht sind die Kinder in den Flüchtlingswohnungen am Grandweg. Diese Unterkünfte werden betreut von Fördern & Wohnen. Die Flüchtlingshelfer sind alle ehrenamtlich aktiv. Bis Ende letzten Jahres waren sie alle mit Basisangelegenheiten beschäftigt und konnten sich verständlicherweise nicht weiter um Freizeitaktivitäten kümmern. In den Weihnachtsferien 2014 konnten sie den Kindern dann bereits Aktivitäten wie Malen und Singen anbieten. In den Frühjahrsferien folgten ähnliche Angebote und einige Ausflüge. Doch nun wurde es Zeit, die Kinder an Deutschlands Sportart Nummer 1 heranzuführen und die ist und bleibt Fußball. Das Fußballtraining bei GWE ist für die Jungs und Mädchen nun der allererste Versuch ein regelmäßiges Sportangebot wahrzunehmen und somit neben Schule und Kindergarten ein wichtiger und wertvoller Beitrag für den Integrationsprozess.
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