Der Schandfleck in Wandsbek

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Die ehemalige Schule an der Wandsbeker Allee verwahrlost Foto: rg
Hamburg: Wandsbeker Allee 53 |

Bürgerhaus und alte Schule an der Wandsbeker Allee verfallen seit Jahren– Kritik der Linken

Von Rainer Glitz
Wandsbek
Die Fenster im Erdgeschoss des Gebäudes an der Wandsbeker Allee gegenüber dem Staatsarchiv sind mit Holzplatten zugenagelt. An Wänden und Fenstern sieht man großflächige Graffiti. Wenn es Fenster gibt – viele sind eingeschlagen. Der Bauzaun ist zugewuchert. Und das ehemalige Bürgerhaus Wandsbek hat zwei riesige Löcher im Dach. Dort stehen ein Bagger und ein Schuttcontainer. Hier zumindest sieht es so aus, als würde demnächst etwas passieren. Bürgerhaus und ehemalige Schule seien ein Schandfleck, findet Gerda Azadi, Bezirksabgeordnete der Linken: „Seit Jahren sind die Räume hier dem Verfall preisgegeben“, kritisiert die Eilbekerin. Lange Zeit sei der Komplex unbewacht gewesen – mit den sichtbaren Folgen.

Öffentliches Grundstück verschleudert

„Und im Bürgerhaus hat jemand die Kupferleitungen herausgesägt und gestohlen“, sagt Azadi. So gehe man nicht mit öffentlichem Eigentum und damit dem Geld der Steuerzahler um. Das gelte auch für den Verkauf an einen Investor. 2006 sei das Grundstück noch für 4,4 Millionen Euro angeboten worden, zwei Jahre später für 3,1 Millionen. Für wieviel es letztlich verkauft wurde, weiß Azadi nicht. „Hier wurde offenbar ein öffentliches Grundstück verschleudert, das ist ein Skandal“, so die Linken-Abgeordnete. Sie hat immer wieder nachgefragt, wann denn nun endlich neu gebaut wird. Ein Bauantrag sei im Juli 2016 gestellt worden, jetzt im Herbst solle Baubeginn sein, antwortete das Bezirksamt Wandsbek. Das sei nicht befriedigend, meint Azadi.

Echte Sozialwohnungen fehlen

Geplant sind an der Wandsbeker Allee neue Wohnungen, unter anderem für Senioren und Studenten sowie Gewerbe. Bauherr ist die Genossenschaft Dennerstraße-Selbsthilfe eG. „Genossenschaften sind eigentlich gut und wichtig“, sagt Azadi. Hier werde allerdings in guter Lage für Mieter mit mittlerem Einkommen gebaut. „Hier fehlen echte Sozialwohnungen im ersten Förderweg“, kritisiert die Linken-Abgeordnete. Dies sei umso ärgerlicher, weil im benachbarten Brauhausviertel gar keine billigen oder geförderten Wohnungen gebaut würden. Nun hofft Gerda Azadi, dass wenigstens bald Baubeginn ist und der Schandfleck im Wandsbek verschwindet.
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