Die Baupläne für Ex-Postgelände in Wandsbek

Anzeige
Auf dem Betriebsgelände der Post soll der neue Sportplatz gebaut werden Foto: je
 
Auf diesem Sportplatz Am Neumarkt sollen 350 neue Wohnungen entstehen Foto: je
Hamburg: Am Neumarkt 40 |

Sportplatzverlagerung und Wohnungsbau „Am Neumarkt“: Anwohner fürchten Parkplatznot und Verschattung

Wandsbek Auf dem Sportplatz an der Straße Am Neumarkt 14, der vom Wandsbeker TSV Concordia und den benachbarten Schulen genutzt wird, sollen rund 350 neue Wohnungen entstehen. Zuvor aber muss ein neuer Sportplatz gebaut werden. Als Austauschfläche dafür ist das ehemalige Betriebsgelände der Deutschen Post Am Neumarkt 40 vorgesehen. Ein guter Plan, der neue Wohnmöglichkeiten schafft, die in Hamburg dringend gebraucht werden.

„Bebauungsplanentwurf Wandsbek 83“


Das Vorhaben wurde jetzt bei einer Informationsveranstaltung vom Planungsausschuss der Bezirksversammlung Wandsbek den Bürgern vorgestellt. Das Projekt mit dem gewichtigen Namen „Bebauungsplanentwurf Wandsbek 83“ sieht auf dem Sportplatz eine vier- bis sechsgeschossige Wohnbebauung vor, die drei Innenhöfe und einen Quartiersplatz bildet. In den Wohnblöcken entlang der Straße Am Neumarkt sollen auch kleine Gewerbebetriebe (Cafés, Büros, Arztpraxen) angesiedelt werden. Die Erschließung des neuen Quartiers soll über eine Anbindung an die Fenglerstraße im Norden und an die Kornbergstraße im Osten erfolgen.

Anwohner kritisieren Parkplatzsituation


Mit der Idee zur Verlagerung des Sportplatzes bei gleichzeitiger Verdichtung des Wohngebiets war ein privater Träger an die Stadt herangetreten. Von Politikern und Verwaltung war dieser Vorschlag mit Wohlwollen aufgenommen worden. Die rund 80 Anwohner, die zur Vorstellung des Bebauungsplans im Bürgersaal erschienen waren, trugen in der anschließenden Diskussion dennoch einige Bedenken vor.
Besonders schlimm ist die Parkplatzsituation in dem Wohngebiet, und das offensichtlich zu jeder Tages- und Nachtzeit. Die freien Parkplätze werden tagsüber belegt von den Mitarbeitern einer Schokoladenfabrik und am Wochenende von den Besuchern einer Moschee. Auch wenn Tiefgaragen unter den neuen Wohnblocks geplant sind und auch an den Erschließungsstraßen einige neue Parkplätze entstehen, konnten diese Bedenken nicht entkräftet werden.

Leichtathletik kommt zu kurz


Angst haben die Anlieger der umliegenden Straßen auch davor, dass ihre niedriger gelegenen Wohnungen durch die hohen Neubauten verschattet werden. Das gilt auch für einen nahegelegen Kinderspielplatz. Anlass zur Kritik gibt auch der geplante neue Sportplatz im Industriegelände. Dort ist durch die Planer hauptsächlich an Fußballspieler gedacht worden. Karsten Reckleben, Schulleiter des Charlotte-Paulsen-Gymnasiums, erklärte, dass es für die Schüler ungemein wichtig sei, dass eine vernünftige 400-Meter-Bahn und andere Leichtathletikanlagen gebaut werden. Die Planer versprachen, alle von den Anwohner vorgebrachten Bedenken bei der weiteren Planung so weit wie möglich zu berücksichtigen.

Bau-Projekt mit vielen Gewinnern


Grundsätzlich aber wird das Vorhaben, für das es strenge energetische und ökologische Vorgaben geben soll, begrüßt. Vorgesehen ist auch, dass 30 Prozent der Wohnungen als öffentlich geförderte Wohnungen gebaut werden. Dazu Rainer Schünemann, SPD-Fraktion: „Es gibt bei diesem Projekt viele Gewinner. So sollen u.a mindestens 30 Prozent der Wohnungen barrierefreie, seniorengerechte Wohnungen werden. Die neue Sportanlage erhält einen kleineren Multifunktionsplatz sowie ein Vereinshaus mit modernen Umkleideräumen.“ Oliver Schweim von der Grünen-Fraktion: „Mit den energetischen Vorgaben wollen wir erreichen, dass die Mietnebenkosten durch Energieeinsparung und Sonnenenergie bezahlbar sind. Durch die Anordnung der Baukörper müssen nur wenige Bäume gefällt werden. Und für einen gefällten Baum werden 1,5 neue Bäume nachgepflanzt.“ (je)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige