Die stolzen Wandsbeker Husaren

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Das Husarendenkmal („Der Meldereiter“) vom Berliner Künstler Jänichen. Es wurde 1938 errichtet Foto: Heimatmuseum Wandsbek
 
Blick in das Husarenzimmer im Wandsbeker Heimat- museum Foto: Heimatmuseum Wandsbek
Hamburg: Böhmestraße 20 |

Sie waren einst der Schwarm der Mädchen. Das Wandsbeker Museum erzählt ihre Geschichte

Von Martin Jenssen
Wandsbek
In ihren schmucken blauen Uniformem waren die Husaren einst der Schwarm der Wandsbeker Mädchen. Das Andenken an die Soldaten wird im Wandsbeker Museum liebevoll gepflegt. Dort haben sie ihr „Husarenzimmer“. Auch das Husarendenkmal und die Straße „Am Husarendenkmal“ erinnern an das Husarenregiment „Königin Wilhelmina der Niederlande“ der preußischen Armee. An der Neumann-Reichardt-Straße hatten die Husaren sogar ihren eigenen Tierarzt. Der Rossarzt Julius Gutzeit war nur für die Pferde der Husaren zuständig. Große Pferdeköpfe am Giebel des Hauses erinnern an die Pferdepraxis. Das 1869 erbaute Haus ist eines der ältesten im Stadtteil.

Wandsbeker Bürgerwehr


Die Geschichte über die Husaren ist nachzulesen in den Unterlagen des Wandsbeker Museums. Schon im Jahr 1848 hatte Wandsbek eine etwa 400 Mann starke, kleidsam uniformierte Bürgerwehr. Nach dem Bürgerwehrstatut vom 25. Februar 1850 waren alle waffenfähigen Männer, die nicht im aktiven Militärdienst standen, zum Eintritt in die Bürgerwehr verpflichtet. Die Wehr bezog regelmäßig ihre Wache im damals noch stehenden Wandsbeker Schloss. An Jahrmarktstagen und bei öffentlichen Veranstaltungen unterstützte sie den öffentlichen Sicherheitsdienst.

Kaiser benennt Regiment um


Mit dem Ende des Deutsch-Dänischen-Krieges 1864 geriet Wandsbek unter preußische Herrschaft. Preußisches Militär wurde in Wandsbek stationiert. Noch unter preußischer Herrschaft wurde Wandsbek zur Stadt erhoben. Das berittene Regiment der leichten Kavallerie erlebte die Schrecken des Krieges im deutsch-französischen Kriege (1870/71) und vor allem im Ersten Weltkrieg zum Beispiel in der „Schlacht an der Marne“ (1914) und in der „Winterschlacht in Masuren“ (1915). Im Jahre 1919 wurde das Regiment aufgelöst. Nach der deutschen Reichsgründung hatte die in Wandsbek stationierte Truppe im Jahre 1871 den Namen „Hannoversches Husaren-Regiment Nr. 15“ erhalten. Die Uniform der Reiter bestand unter anderem aus einer dunkelblauen, mit weißen Schnüren besetzten Jacke und einer schwarzen Seehundfellmütze. Zu Ehren der niederländischen Königin Wilhelmina benannte Kaiser Wilhelm II. im Jahre 1898 das Regiment in Husaren-Regiment „Königin Wilhelmina der Niederlande“ (Hannoversches) Nr. 15 um.

„Wandsbeker Husaren“


Im Volksmund behielten sie aber ihren Namen „Wandsbeker Husaren“. Als die Königin Wilhelmina ihrem Regiment 1903 in Wandsbek einen Besuch abstattete, erschien das ironisches Gedicht „eines enttäuschten Wandsbeker Mädchens“: „Dem holden Holländer Königskind mit seinen 18 Jahren/dem schenkt der Kaiser als Angebind ein Regiment blauer Husaren / Da seufzt manch Mädchen nassen Blicks ob all der Reiter zu Pferde: / Wie sind doch die wahren Güter des Glücks so ungleich verteilt auf dieser Erde. / Die eine bekommt fast 800 Stück Husaren. Es ist zum Weinen!/ Mir wär schon der winzigste Leutnant ein Glück, doch mir schenkt der Kaiser keinen.“

Wer sich über die Geschichte der Wandsbeker Husaren informieren möchte, hat dazu Gelegenheit im Heimatmuseums Wandsbek, Böhmestraße 20. Das Museum ist dienstags (16 bis 18 Uhr) geöffnet sowie jeden ersten Sonntag im Monat von 11 bis 13 Uhr
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