Ein Mexikaner macht Karriere in Hamburg

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Werkleiter Arturo Galvan zeigt auf neue Smarties-Produkte, die eigens für den Schulanfang produziert wurden Fotos: sim
Hamburg: Am Neumarkt 20 |

Von der Zement- in die Lebensmittelindustrie bei Nestlé in Wandsbek

Siegmund Menzel
Wandsbek
Menschen aus 34 Nationen arbeiten zurzeit im Hamburger Werk der Nestlé Deutschland AG. Chef ist ein Mexikaner. Arturo Galvan ist in der 1,8 Millionen-Metropole Toluca etwa 70 Kilometer westlich von Mexiko-Stadt geboren und aufgewachsen, studierte Maschinenbau und arbeitete fünf Jahre in der Zementindustrie.

Familiäre Atmosphäre

Mit einem Angebot aus der Heimat hatte 2006 die Zeit in Deutschland begonnen. Arturo Galvan kam mit seiner Ehefrau nach Hamburg, absolvierte ein zweijähriges Studium zum Master of Science International Production Management. „Ich wollte danach eigentlich wieder in der Zementindustrie arbeiten, gute Gespräche mit Nestlé stimmten mich um, besonders die Unternehmenskultur und die familiäre Atmosphäre gaben den Ausschlag.“ Und dann sei da noch der Duft gewesen, der bei Schokolade viel angenehmer ist als beim Zement. Erste Herausforderung bei Nestlé war für drei Jahre ein Werk in der Schweiz, das Teig für Kuchen und Pizzen herstellt. Zu weiteren Stationen gehörten die Zentrale in Frankfurt am Main und die Arbeit als Leiter im Werk in Soest (Nordrhein-Westfalen). Die Familie Galvan, zu der mittlerweile zwei Kinder gehören, ist bereits dutzendmal umgezogen.

Schoko-Chef mit Humor

Seit Februar 2016 leitet der Familienvater das Schokoladen-Werk in Wandsbek. Er wolle die schon gute Fürsorgekultur für die Arbeitssicherheit weiter fördern und die Qualität der Produkte auf dem hohen Niveau halten beziehungsweise noch ausbauen. Es gehe darum, wettbewerbsfähiger zu sein als die Konkurrenz, aber auch als andere Schokoladen-Standorte von Nestlé. Galvan kenne die meisten der etwa 830 Mitarbeiter mit Namen, er sei zugänglich und höre gut zu, meint Inge Post, Sekretärin der Werkleitung. Er habe Humor, könne aber auch sehr streng sein. Der Chef setze eine klare Linie durch, zeige dabei, „wohin die Reise geht“.

Heimaturlaub einmal im Jahr

Einmal im Jahr besucht die vierköpfige Familie die Heimat. Eltern, zwei Schwestern, Neffen, Nichten und gute Kumpels leben in Mexiko. An Deutschland mag der Diplomingenieur die Ehrlichkeit der Menschen und dass sie „in Details verliebt“ sind. „Pingelig“ zu sein sei sehr vorteilhaft, wenn man etwas verbessern möchte, betont der Mexikaner. In seiner Freizeit spielt er gern Fußball, joggt um die Außenalster, feiert mit Vergnügen Partys oder liest Philosophiebücher.
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