Jüthornstraße: Klage wegen Lkw-Flut

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Neue Asphaltdecke, altes Poblem. Die Schilder „Tempo 30“ sind verschwunden, die Brummis fahren jetzt noch schneller als zuvor durch die Jüthornstraße Foto: sim
Hamburg: Jüthornstraße |

Den betroffenen Anwohnern platzt der Kragen. Schilder „Tempo 30“ verschwunden

Siegmund Menzel
Marienthal
Die Interessengruppe Jüthornstraße, die seit Jahren gegen die Lkw-Flut vor der Haustür kämpft, wird nunmehr eine Untätigkeitsklage beim Verwaltungsgericht einreichen (das Wochenblatt berichtete) . Am 6. September 2016 sei an Antrag auf verkehrslenkende Maßnahmen und Erteilung eines rechtsfähigen Bescheids an die Zentrale Straßenverkehrsbehörde der Polizei-Verkehrsdirektion gegangen, er wurde bis heute nicht erteilt, erklärte Sprecher Gerhard Kobe. Der rechtsfähige Bescheid sei Grundlage für eine gerichtliche Auseinandersetzung.

Brummis fahren noch schneller

Die Interessengruppe habe im Sommer 2017 wohlwollend die Straßenbauarbeiten zum Aufbringen einer dünnen Deckschicht zur Kenntnis genommen, das Problem sei damit aber nicht behoben, am Unterbau der Fahrbahn wurde nichts gemacht. Man könne nicht nachvollziehen, dass dann die Schilder „Tempo 30“ verschwunden sind. So würden die Brummis jetzt noch schneller als zuvor durch das reine Wohngebiet zwischen Rennbahnstraße und Hammer Straße brettern.

Mehr LKW-Verkehr durch Baustelle

Die ehemals aufgestellten Tempo 30-Schilder standen aufgrund der Straßenschäden dort, wie das Bezirksamt Wandsbek auf Anfrage des Hamburger Wochenblatts mitteilte. Die Schilder seien nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wieder entfernt worden. Für eine dauerhafte Anordnung einer Geschwindigkeitsbegrenzung wäre eine straßenverkehrsbehördliche Anordnung erforderlich. Die Behörde für Inneres und Sport sowie die Polizei haben auf Anfragen trotz Erinnerungsanruf nicht reagiert. Besonders mit der Großbaustelle in der Hammer Straße und der Umleitung habe der Lkw-Verkehr deutlich zugenommen, sagte Kobe. Man könne von einem Verkehrsaufkommen von mehr als 100.000 Fahrzeugen pro Woche ausgehen, davon etwa 22.000 Lastfahrzeugen.

Nächtliches Durchfahrverbot gefordert

Die Anwohner fordern ein nächtliches Durchfahrverbot für Lastkraftwagen und ein generelles Durchfahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Das Anliegen unterstützen der Bürgerverein Wandsbek und der Grundeigentümerverein Wandsbek. Gerhard Kobe erinnert zudem daran, dass die im Juli 2016 von der Bezirksversammlung beantragte „wirksame Umleitung für Lkw“ bis heute nicht realisiert wurde. Der Regionalausschuss Kerngebiet Wandsbek sprach sich für ein nächtliches Lkw-Durchfahrverbot aus, damit die Anwohner zumindest ruhige Nächte haben.

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