Lkw-Zählung in der Jüthornstraße

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Eine Verkehrszählung mit sogenannten „Topo-Boxen“ erfolgt zurzeit in der Jüthornstraße, dabei soll der Anteil der Lastkraftwagen festgestellt werden Foto: wb
Hamburg: Jüthornstraße |

Problem Lastenwagen-Verkehr: Verkehrsbehörde aktualisiert Ergebnisse von 2016

Von Siegmund Menzel
Marienthal
In der Jüthornstraße, einer Tempo-30-Zone, geben Kraftfahrer seit einer Woche weniger Gas als sonst. Ursache sind wohl zwei graue Kästen auf Höhe der Hausnummer 35. Viele Kraftfahrer denken, dass die Geschwindigkeit gemessen wird, nehmen Tempo raus. Bei den Kästen mit der Aufschrift „Vorsicht Hochspannung“ handelt es sich jedoch nicht um eine Geschwindigkeitsüberwachung, sondern um eine Verkehrszählung.

Kampf gegen Lkw-Flut

Die Seitenradargeräte messen die Anzahl der Fahrzeuge, erfassen besonders Lastkraftwagen. Die Interessengemeinschaft Jüthornstraße (IGJ) kämpft seit Jahren gegen die Lkw-Flut zwischen Rennbahnstraße und Hammer Straße (das Wochenblatt berichtete). Besonders mit der großen Baustelle in der Hammer Straße und der eingerichteten Umleitung hat der Lkw-Verkehr erheblich zugenommen. Die Zählung war bereits für Oktober 2016 geplant. In Absprache mit der IGJ wird derzeit über einen möglichst durchgehenden Zeitraum von zwölf kompletten Tagen eine Verkehrszählung mit sogenannten „Topo-Boxen" durchgeführt, um unter anderem die Verkehrsmengen von zwei kompletten Wochenenden zu erfassen, wie Pressesprecher Richard Lemloh von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) auf Wochenblatt-Anfrage mitteilte. Die Zählung sei noch bis zum 7. Februar geplant, könnte witterungsbedingt gegebenenfalls auch um einige Tage verlängert werden. Die Auswertung der Ergebnisse erfolge dann voraussichtlich bis Ende Februar 2017. Ergebnisse einer Verkehrszählung von Juni 2016 liegen bereits vor. Dabei wurde ein Aufkommen von mehr als 100.000 Fahrzeugen pro Woche festgestellt. Davon etwa 22.000 Lastkraftwagen. Hinzu kam, dass 91 Prozent aller Fahrzeuge die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h überschritten hatten. Zur Ermittlung von Verkehrsbelastungszahlen ist nach Auskunft der Behörde für Inneres und Sport aber ausschließlich die fachlich zuständige Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation befugt. Das Polizeikommissariat 37 habe im Vorjahr die Verkehrsdaten mit einem Verkehrsstatistikgerät (VSG) erhoben. Polizeiliche Erhebungen dienen ausschließlich der Prüfung hinsichtlich des Einleitens polizeilicher Maßnahmen, hieß es weiter.

Nächtliches Lkw-Durchfahrverbot

Die von der Bezirksversammlung Wandsbek im Juli 2016 beantragte „wirksame Umleitung für Lkw“ sei bis heute nicht realisiert, erklärte die Interessengemeinschaft. Der Regionalausschuss Kerngebiet fordert ein nächtliches Lkw-Durchfahrverbot, damit die Anwohner zumindest ruhige Nächte haben. Brummis brettern aber nach wie vor durch die Jüthornstraße. Sie sei für eine derartige Belastung nicht ausgelegt, so die IGJ. Die Häuser werden „fühlbar, hörbar und kontinuierlich erschüttert“. Betroffene kritisieren zudem den Zeitpunkt der aktuellen Verkehrszählung. Die Behörden haben entgegen ihren ausdrücklichen Zusagen eine Ferienzeit gewählt. Wenn in Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Berlin und Brandenburg schulfrei ist, bringe das „Verzerrung“.

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