Lob für soziale Arbeit der Box-Akademie

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Beim Box-Training lernen Kinder und Jugendliche, eigene Fähigkeiten zu erkennen und Fairness im Umgang mit dem Gegner Symbolfoto: thinkstock
Hamburg: Öjendorfer Damm 53 |

Integration durch Sport: Politiker besuchen Kinder- und Jugendprojekt in Jenfeld

Von Rainer Glitz
Jenfeld
„Die meisten in unserem Team kommen aus dem Stadtteil, alle sind schon länger dabei. Manche schon seit Teenagerzeiten“, erklärt Waldemar Sidorow, Projekt-Manager der Box-Akademie Hamburg, seinen Gästen. Im Rahmen der SPD-Sommertour sind die Wandsbeker Bundestagsabgeordnete Aydan Özoguz, SPD-Fraktionschef Andreas Dressel und die Wandsbeker Bürgerschaftsabgeordnete Barbara Duden in die Räume über dem Jenfelder Einkaufszentrum gekommen. Er selbst sei aus der kirchlichen Jugendarbeit gekommen, sagt Sidorow. „Was bringt Kinder weiter, fragte ich mich damals.“ Die Antwort: die Faszination des Wettkampfes. Ein Boxer brachte ihn auf die entsprechende Sportart. Seit 2009 bietet die Box-Akademie sportbetonte Kinder- und Jugendarbeit an, mit beachtlichem Zulauf. Etwa 150 Kinder von der fünften bis zur zwölften Klasse sind heute dabei.

Niederlagen verarbeiten

Ziel der Integrations-Arbeit: Konflikte lösen und miteinander leben. „Sich selbst in den Griff zu bekommen, kann man im Sport sehr gut trainieren“, erklärt Waldemar Sidorow. Es gehe ums Dranbleiben, Niederlagen zu verarbeiten und Fairness im Umgang mit dem Gegner. Wichtig sind der Box-Akademie aber auch Orientierung, eigene Fähigkeit zu erkennen und vor allem: Die Spielregeln der Gesellschaft zu beachten. Klare Regeln gibt es auch für das Training: wer zu spät kommt, muss Extra-Übungen machen. „Andersartigkeit ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance“, so Sidorow. So sei Jugendlichen mit Migrationshintergrund nicht klar, dass ihnen ihre Zweisprachigkeit im Beruf helfen könne. „Die Jugendlichen kommen, weil sie uns mögen“, sagen die Betreuer. Das Training sei oft sehr intensiv und zeitaufwändig. Wenn die jungen Boxer schließlich anfingen, über ihr Leben zu reden, fange die Arbeit erst an.

Feste Regeln

Was passiere denn bei Konflikten, fragt Aydan Özoguz. Es sei noch nie zu Schlägereien gekommen, lautet die Antwort. Es gebe feste Regelungen, die Trainer tauschen sich eng miteinander aus. Ein Knackpunkt ihrer Arbeit für die Box-Akademie ist und bleibt die Finanzierung. Man sei ständig „auf Ochsentour“, um kleine Spendenbeiträge bei Stiftungen, Privatleuten und Firmen einzuwerben. Özoguz schlägt vor, vielleicht beim Deutschen Olympischen Sportbund anzufragen. „Wir brauchen einen Sportpädagogen, optimal wäre zusätzlich ein Sozialarbeiter“, sagt Sidorow. Eine Sozialarbeiterstelle sei der Box-Akademie auch beim Besuch des damaligen Sozialsenators Detlef Scheele zugesagt worden. SPD-Fraktions-chef Andreas Dressel sagt zu, diesbezüglich noch einmal beim Bezirksamt Wandsbek und bei der Sozialbehörde nachzufragen. „Sie leisten tolle Arbeit für den Stadtteil Jenfeld“, lobt Barbara Duden zum Abschluss des Besuches.

Weitere Infos: Box-Akademie Hamburg
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