Radstreifen oder Pkw-Parkplätze?

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Die Einbahnstraße gilt nicht für Radfahrer, sie können in beide Richtungen fahren Foto: sim
Hamburg: Kielmannseggstraße 115 |

Kielmannseggstraße: Anwohner wollen Fahrbahnmarkierung für Radfahrer wieder entfernen

Von Siegmund Menzel
Marienthal
Einwohner der Kielmannseggstraße im Bereich zwischen Ernst-Albers-Straße und Nöpps sind vor einigen Wochen durch eine neue Fahrbahnmarkierung überrascht worden. In der Kurve ist ein mehr als 15 Meter langer Radfahrstreifen entstanden. So stehen in diesem Bereich vier bis fünf Pkw-Abstellplätze weniger zur Verfügung, wie Bernd Paulmann aus der Kielmannseggstraße mitteilte. Bewohner der Häuser Nr. 115a-d, 117a-d und Nr. 164 -180 haben eine Eingabe bei der Bezirksversammlung eingereicht. Sie bitten darum, die Markierung des Fahrradstreifens wieder zu entfernen.

Parkraumnot

In dem Straßenabschnitt herrsche eine erhebliche Parkraumnot, so die Begründung. „Dadurch sind wir alle, insbesondere aber gehbehinderte Nachbarn und Familien mit Kleinkindern schon bisher gezwungen, unsere Fahrzeuge weit von unseren Häusern entfernt abzustellen.“ Die Eingabe trägt die Unterschrift von fast 30 Personen. Sie halten die Maßnahme vor dem Hintergrund des sehr geringen Radfahrverkehrs für „völlig unverhältnismäßig“. Mit dem Thema beschäftigte sich kürzlich der Hauptausschuss der Bezirksversammlung, der die Eingabe in den Regionalausschuss Kerngebiet Wandsbek verwiesen hat.

Keine Abstimmung mit Anwohnern

Die Straße ist in diesem Bereich eine Einbahnstraße. Radfahrer dürfen jedoch in beide Richtungen fahren. Nach dem Bündnis für den Radverkehr in Hamburg sollten Radverkehrsführungen zum Einsatz kommen, die sicheres, zügiges und komfortables Fahren ermöglichen, sagte Paulmann, der selbst Radfahrer ist. Dies sei angesichts der räumlichen Gegebenheiten in der gesamten Einbahnstraße nicht möglich. Deshalb mache ein kurzer Schutzstreifen keinen Sinn. Er kritisierte zudem, dass die Maßnahme nicht mit den Anwohnern abgestimmt wurde. Seiner Meinung nach müsse man die Interessen abwägen, auf der einen Seite die vier bis fünf Parkplätze und auf der anderen Seite der „in diesem Bereich unbedeutende Radfahrverkehr“. Sollte die Entfernung der Markierung aus verkehrsrechtlichen Gründen mit einer Fahrerlaubnis für Radfahrer kollidieren, „bitten wir ergänzend um die Wiederherstellung einer kompletten Einbahnstraßenregelung“, auch für Radfahrer. Nach Angaben einiger Anwohner wurde die Markierung durch eine Frau angeregt, die längst nicht mehr in dieser Straße wohnt, heißt es in dieser Straße. Bernd Paulmann hatte unmittelbar nach der Markierung den Wandsbek Kern-Beauftragten Christian Kower angerufen, der angeboten hat, das Problem im Regionalausschuss Kerngebiet Wandsbek vorzutragen.
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4 Kommentare
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Karl Dirksen aus Eppendorf | 17.08.2017 | 12:36  
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Karl Dirksen aus Eppendorf | 17.08.2017 | 12:38  
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Peter Maier aus Altstadt | 17.08.2017 | 13:13  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 17.08.2017 | 17:31  
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