Rätsel um Wandsbeker Bovehaus gelöst

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Das Bovehaus hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich Foto: je
Hamburg: Neumann-Reichardt-Straße |

Der Wappenspruch ist ein unbedingtes Bekenntnis zur Heimat

Von Martin Jenssen
Wandsbek
Seit über 150 Jahren war es ein Geheimnis, das jetzt gelöst wurde. Es geht um den Spruch, der auf dem schönen Wappen des Bovehauses steht. „Endlich hat es einer rausbekommen“, freut sich Ingrid Voss, Vorsitzende des Wandsbeker Bürgervereins und Leiterin des Heimatmuseums. „Der Spruch lautet: Vun Eek nich wiek“, sagt Dr. Hans Kaufmann, der sich für das Heimatmuseum um die Enträtselung kümmerte.

„Von der Eiche nicht weiche!“



Das Wappen zeigt einen Stier und einen stattlichen Baum. Durch Verwitterung waren aber die Buchstaben nicht leicht zu erkennen. Das W von wiek wurde lange für ein V gehalten. Das aber ergab keinen Sinn. Durch das W bedeutet der Spruch: „Von der Eiche nicht weiche!“ Es ist wohl ein Bekenntnis der Familie Bove, die ihren Wohlstand durch eine große Rinderzucht in Argentinien begründete, zu ihrer deutschen Heimat. Das Bovehaus ist eine unter Denkmalschutz stehende ehemalige Kaufmannsvilla an der Ecke Neumann-Reichardt-/Bovestraße. Sie liegt direkt neben dem Charlotte- Paulsen-Gymnasium. Der heute zweigeschossige Bau wurde 1861 nach Plänen des Architekten Georg Luis im Landhausstil erbaut.

Wechselvolle Geschichte

Dr. Hans Kaufmann ist das Bovehaus schon lange bekannt. Er war über 22 Jahre Rektor am Charlotte-Paulsen-Gymnasium. Pläne, das Gebäude dem benachbarten Gymnasium zur Nutzung zu überlassen, konnten Anfang der 1990er Jahre zu seinem Bedauern nicht realisiert werden. „Drei Generationen war das Eckgrundstück im Besitz der Familie Bove“, schreibt der Historiker Michael Pommerening in dem Buch „Wandsbek – ein historischer Rundgang“. Der Kaufmann Christian Bove (1742-1828), der aus Kiel nach Hamburg gezogen war, erwarb das etwa 8000 Quadratmeter große Grundstück 1794 als Sommersitz. Sein Sohn, der ebenfalls Christian Bove hieß, ließ den Sommersitz 1861 zu einem repräsentativen Wohnhaus umbauen. Pommerening: „Dieser Bove war nach dem Tode seines Vaters nach Argentinien ausgewandert. Er hielt dort große Rinderherden und betrieb einen florierenden Handel mit Tierprodukten. Er ist der Erbauer des jetzigen Bovehauses.“ Sohn Christian Christian Bove III. (1852 in Argentinien geboren), übernahm das väterliche Erbe. Er starb aber schon 1895 bei einem Jagdunfall in Hammor. Nach seinem Tod geriet die Firma Bove in finanzielle Schwierigkeiten. Die Familie musste das Wandsbeker Haus verkaufen.Danach diente die Bove-Villa unter anderem als Bürgermeisterwohnung, Heimatmuseum und Kindergarten. Im Jahre 1999 wurde das Haus von dem Architekten Bernd Lietzke denkmalgerecht modernisiert. Zur Zeit wird es als Bürohaus genutzt.
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1 Kommentar
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Daniel Bove aus Wandsbek | 14.08.2017 | 18:32  
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