Schülerseelsorge Wandsbek

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Stehen Schülern zur Seite: Ilka Harmsen (links) und Gabriele Titzck vom Team der Schülerseelsorgerinnen Foto: je
Hamburg: Schloßstraße 78 |

Nummer gegen Kummer: Pilotprojekt der Christus-Kirche gestartet

Von Martin Jenssen
Wandsbek
Sie bereiten Herz- und Kopfschmerzen. Sie können Schultaschen zentnerschwer belasten und sie lassen Schulwege zu Horrorstraßen werden. Die Rede ist von den Ängsten und Sorgen, unter denen viele Schüler leiden. Seit Kurzem haben die Schüler einen Ansprechpartner, dem sie sich anonym anvertrauen können: Die Schülerseelsorge Wandsbek. Diese Beratungsstelle ist ein Pilotprojekt und ein Novum für Hamburg. Neun Ansprechpartnerinnen stehen den Schülern zur Verfügung.

Familienprobleme oder Mobbing


„Häufig leiden die Kinder und Jugendlichen unter Problemen im Familienkreis, zum Beispiel wenn die Scheidung der Eltern bevorsteht oder wenn ein Mitglied aus dem Familienkreis schwer erkrankt“, berichten die Seelsorgerinnen Gabriele Titzck und Ilka Harmsen in einem Gespräch mit dem Wochenblatt. Ein starkes Abfallen im Leistungsvermögen kann auch entstehen, wenn Schüler von älteren und stärkeren Jugendlichen gemobbt werden. Drohungen mit weiteren Repressalien halten die Schüler davon ab, Eltern und Lehrer um Hilfe zu bitten. Sie möchten auch Freunde und Bekannten nicht mit ihren Problemen belasten. Dabei kann ihnen oft nur die Aussprache mit einem anderen Menschen helfen.

Raum für Gespräche


Die Beraterinnen sind mit großen Kompetenzen ausgestattet. Über zwei Jahre wurden sie in systemischer Seelsorge ausgebildet. In Seminaren und Fortbildungskursen erwarben sie zusätzliche Qualifizierungen. Die Schülerseelsorge Wandsbek ist der Christus-Kirche angegliedert und läuft dort im Rahmen der „Offenen Jugend- und Sozialarbeit“. Für die Gespräche mit den Schülern wurde von der Kirche ein Raum an der Schloßstraße 78 (gegenüber der Christus-Kirche) zur Verfügung gestellt. Die Einrichtung wurde von der Schleswig-Holsteinischen Volksbank gesponsert.

Gespräche unter vier Augen


In dem Raum, der im zweiten Stock liegt, können Jugendliche, Schülerinnen und Schüler jeden Donnerstag zwischen 16 und 18 Uhr eine kostenlose Beratung erhalten. Dabei spielt weder die kulturelle Herkunft, die Konfession, die sexuelle Ausrichtung oder die politischen Ansicht des Ratsuchenden eine Rolle. Die Seelsorgerinnen haben für Problemlagen jeglicher Art ein offenes Ohr. Die Gespräche finden unter vier Augen – nur zwischen Schüler und Ansprechpartner statt. Auf Wunsch können die Schüler auch von Freunden begleitet werden.vDie Beraterinnen arbeiten „im normalen Leben“ in unterschiedlichen Berufen, unter anderem in der Jugendbetreuung oder im juristischen Bereich.

Spenden und Kollekte finanzieren Projekt


Die Beratungsstelle (Telefon 652 20 00) steht in Kontakt mit verschiedenen Organisationen, um die Jugendlichen bei Bedarf an kompetentere Stellen verweisen zu können (zum Beispiel bei Missbrauch oder Suchterkrankung). Außerhalb der Sprechstunden ist die Schülerseelsorge Wandsbek für Vorbesprechungen über Handy (0176/51333933) zu erreichen. Pastor Richard Hölck von der Christus-Kirche: „An dieser Stelle möchte die Kirche in der postmodernen Wertegesellschaft eine neue Orientierung bieten. Dafür stehen wir als Kirche am Wandsbeker Markt und insbesondere mit diesem Sozialprojekt. Das Projekt finanziert sich rein aus Zuschüssen, Spenden und Kollekten.“

Schülerseelsorge Wandsbek: donnerstag 16 - 18 Uhr ohne Anmeldung, Schloßstraße 78, Telefon 652 20 00. Außerhalb der Sprechstunden für Vorbesprechungen 0176/51333933.
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