Sieg für den Amtsinhaber Ritzenhoff

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Franziska Hoppermann (CDU) gratuliert Thomas Ritzenhoff (SPD) zur zweiten Amtszeit Foto: rg
Hamburg: Schloßstraße 60 |

Bezirksversammlung Wandsbek bestätigt alten Chef als Bezirksamtsleiter. Achtungserfolg für Herausforderin Hoppermann

Von Rainer Glitz
Wandsbek
„Eine Ausschreibung wäre besser gewesen, eine Gegenkandidatur der CDU ist deshalb nur folgerichtig. Nur so haben Sie eine echte Auswahl“, sagte Franziska Hoppermann in ihrer Bewerbungsrede vor der Bezirksversammlung. Sehr gerne habe sie ja gesagt, als sie von der Fraktion gefragt worden sei. Sie habe gute Verwaltungskenntnisse, erklärte die 35-jährige Diplomkauffrau. Das Gemeinwohl müsse im Mittelpunkt staatlichen Handels stehen, so Hoppermann. So sei sie für dezentrale Standorte für die Kundenzentren, wolle keine Jugendhilfeeinrichtungen schließen und die Kompetenzen des Bezirkes stärken. „Wir müssen Wandsbek wieder sichtbar machen“, so die CDU-Kandidatin.

Wohnraum und Nahverkehr

„Wir nutzen bereits die Stellschrauben des neuen Verwaltungsrechts“, erklärte dann Amtsinhaber Thomas Ritzenhoff von der SPD. 80 neue Stellen im Bezirksamt seien so entstanden. Die Bürger erwarteten eine moderne Verwaltung. „Wir müssen auf Augenhöhe die Rolle des Zuhörenden und des Erklärenden übernehmen“, erläuterte der 55-Jährige sein Verständnis von Bezirkspolitik. Er stehe inhaltlich weiter für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums, Natur im Bezirk und eine soziale Stadt. Wichtige Themen seien künftig die S-Bahnlinie 4 und die U-Bahnlinie 5: „Wir müssen jetzt über Veränderungen reden“, so Ritzenhoff. Unterstützung für Hoppermann kam erwartungsgemäß von CDU-Fraktionschef Eckard Graage: „Die Bezirksamtsleitung muss dem Senat auf einmal widersprechen.“

Zwei exzellente Kandidaten

Niemand zweifle an der Eignung der CDU-Kandidatin, so Graage. Dafür gab es Zustimmung auch von der Linken, der Liberalen Fraktionsgemeinschaft und sogar den Grünen. „Es gibt zwei exzellente Kandidaten“, befand Dennis Paustian-Döscher. Doch es gehe auch um die politische Unterstützung im Bezirksparlament – und die CDU sei nicht regierungsfähig. Bei der folgenden geheimen Wahl galt es dann, 29 Stimmen auf sich zu vereinigen. Die Linke hatte den Fraktionszwang aufgehoben. Das Ergebnis: 30 Stimmen für Thomas Ritzenhoff, 22 für Franziska Hoppermann und drei Enthaltungen. „Das ist ein Achtungserfolg, es hat sich gelohnt“, freute sich die CDU-Kandidatin. Offenbar bekam sie nicht nur liberale, sondern auch linke Stimmen.

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