Summende Nachbarn

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Die Imker Olaf Schwede (l.) und Otmar Trenk an den Bienenstöcken Fotos: je/Archiv
Hamburg: Azubi-Wohnheim Hammer Straße |

Honig aus Wandsbek: 70.000 Bienen auf Dachterrasse des Azubi-Hauses

Von Martin Jenssen
Wandsbek Über den Köpfen der Azubis summt‘s, denn das Auszubildendenwohnheim in der Hammer Straße 8 in Wandsbek ist so bevölkert, wie noch nie. Kurzfristig haben dort über 70.000 neue Bewohner Wohnraum erhalten. Es sind drei Bienenvölker, die das Zentrum von Wandsbek bestäuben.

Damit sich die Bienen auf der Dachterrasse des Wohnheims wohlfühlen, wurden für sie Bienenstöcke (Holzhütten mit Kupferdächern) aufgestellt. Die Bienenvölker sollen künftig von jungen Leute aus dem Wohnheim betreut werden. Leiter dieser „Bienen AG“ ist der Imker Olaf Schwede. Hilfe bei der Aufstellung der Bienenstöcke erhielt die „Bienen AG“ von Otmar Trenk, dem „beesharing“-Geschäftsführer. „beesharing“ ist ein webbasiertes Netzwerk und bietet Imkern, Landwirten und Bienenfreunden die Möglichkeit, sich zu vernetzen, um Dienstleistungen, Produkte und Wissen rund um die Bienen untereinander auszutauschen.
Die Stadtimkerei ist auf dem Vormarsch. Immer mehr Imker stellen ihre Bienenstöcke auf Hochhäusern in der Stadt auf, während gleichzeitig die Zahl der Bienen auf dem Land, bedingt durch die Monokultur, abnimmt.
„Der Großstadthonig ist von sehr guter Qualität“, sagt Otmar Trenk. „Über Abgasrückstände muss man sich keine Gedanken machen. Diese Schadstoffe werden von den Bienen leichter abgebaut als Giftstoffe aus der Landwirtschaft.“
In wenigen Wochen wollen Olaf Schwede und die Azubis der „Bienen AG“ den ersten Honig aus dem „Anbaugebiet Hammer Straße“ ernten. Eine zweite Ernte wird im Herbst erfolgen. Die Bienen sammeln ihren Nektar in einem Umkreis von drei Kilometern. Er stammt unter anderem aus dem Gebiet des Wandse-Grünzuges, aus dem Jacobipark und Teilen des Wandsbeker Gehölzes. Bienen zählen weltweit zu den wichtigsten Bestäubern und tragen zum Erhalt von Wild- und Kulturpflanzen bei.
Eine Gefahr für die Azubis geht von den Bienen nicht aus. Ein Probefrühstück der Hausbewohner auf der Dachterrasse in der Nähe der Bienenstöcke verlief friedlich. Die Bienen ließen die Azubis und deren Brotaufstrich in Ruhe. Bald können die Azubis ihren eigenen Honig futtern. Olaf Schwede rechnet für dieses Jahr mit einem Ertrag von etwa 15 Kilogramm. In den kommenden Jahren soll jedes Bienenvolk rund 30 Kilo liefern. Das Azubiwerk an der Hammer Straße bietet auch bezahlbaren Wohnraum für 156 Auszubildende.
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