Wißmannstraße: Platanen als Plage?

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In der Wißmannstraße stehen verschiedene Baumarten, darunter auch fünf große Platanen Foto: sim
Hamburg: Wißmannstraße |

Anwohner in Wandsbek fordern Fällung wegen Wurzelwuchs und Laub

Von Siegmund Menzel
Wandsbek
Anwohner aus der Wißmannstraße in Wandsbek ärgern sich über die Platanen vor ihrer Haustür. Vor dem Regionalausschuss forderten sie die Fällung der Bäume. Das Thema wird nun den Umweltausschuss beschäftigen. Der 68-jährige Peter Klyne ist in der Wißmannstraße aufgewachsen. Seit vielen Jahren wohnt er wieder in seinem Elternhaus, fühlt sich in dieser Gegend sehr wohl. Allerdings ärgert sich der Rentner über den großen Baum vor seinem Grundstück. Die Wurzeln heben den Gehweg an, Platten wurden bereits entfernt. Die Platane wird mehr als 20 Meter hoch, ist jetzt schon haushoch, „nicht für diese kleine Straße geeignet“. Eine riesige Laubmenge müsse im Herbst entsorgt werden. „Das Geäst überragt zu weiten Teilen meinen Vorgarten und ist im oberen Bereich bis auf etwa 15 Zentimeter an das Haus herangewachsen“, heißt es in seiner Eingabe, mit der sich kürzlich der Regionalausschuss Kerngebiet Wandsbek beschäftigte. Selbst im Sommer müsse man im Haus das Licht anschalten, „weil die Vorderfront total verschattet ist“, bemängelt Peter Klyne. Hinzu komme, dass Dachrinnen durch die großen und harten Laubblätter verstopfen. Er bat die Parteien der Bezirksversammlung Wandsbek um Hilfe. Bei der Sitzung des Regionalausschusses hatte sich der Ärger des gebürtigen Hamburgers etwas gegeben, denn zwischenzeitlich wurden die fünf Platanen in der Wißmannstraße gestutzt. Er hatte mehrmals mit der Verwaltung telefoniert und Baumpflege gefordert. Die großen Platanen müssten aber ganz weg, sie passen nicht in das Bild dieser kurzen Straße, betonte Klyne. Hinzu komme, dass die Bäume bei Allergikern Husten erzeugen. Auch die Familie Friese ärgert sich über eine Platane vor ihrer Nase. Die Wurzeln hätten bereits für Risse in der Mauer zwischen Grundstück und Gehweg gesorgt. Die Bäume seien in Ordnung, es gebe keinen Grund sie zu fällen, meint Christian Kower, Regionalbeauftragter für das Kerngebiet Wandsbek. Die Baumpflegearbeiten seien geplant gewesen, haben nichts zu tun mit der Eingabe. Ausschussmitglied Ingo Freund (SPD) bekräftigte: Gesunde Bäume zu fällen mache in der Tat keinen Sinn. Das Problem wird an den Umwelt-Fachausschuss übergeben. In der Wißmannstraße, wo es knapp 40 Wohnhäuser gibt, standen links und rechts der Fahrbahn einst Rotdornbäume, die aber durch Krankheit eingingen, erinnert sich Peter Klyne. Seine Frau spricht noch ein Ärgernis anderer Art an: Immer wieder sieht sie Hundehaufen auf dem Gehweg vor ihrem Grundstück. „Wir haben Kottüten an unseren Zaun gehängt. Aber alles umsonst, das ist unbegreiflich.“
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