„Wo gehen wir heute Abend hin, ein Bier zischen?“ – ein Streifzug durch Marienthals Kneipenkultur

Anzeige
Marienthal – der grüne Stadtteil
Die Kneipenkultur ist in Marienthal nicht sehr ausgeprägt. Man kann auch sagen, sie ist eigentlich gar nicht vorhanden. Denn richtig urige Kneipen gibt es in Marienthal gar nicht.

Man kann in Marienthal schön leben. Der Stadtteil ist sehr grün, hat viele Einfamilien-Häuser und sogar ein eigenes kleines Waldstück, das Wandsbeker Gehölz. Man muss lange suchen, um einen Stadtteil in Hamburg zu finden, der ein eigenes kleines Waldstück hat.

Aber Kneipen, in denen man sich abends mit Freunden trifft und sein Feierabend-Bier zischt? Nein, weit gefehlt. Gehen wir die Kneipen, Imbisse und Restaurants doch einmal durch.

Es gibt derer fünf. Am ehesten einen Charakter einer Kneipe hat vermutlich noch das Hofbräu Wirtshaus, das beim Bahnhof Wandsbek ansässig ist. Es hat einen Tresen und ist eine typisch bayerisch eingerichtetes Gaststätte, aber es gehört aufgrund seiner Lage doch eher zu Wandsbek als zu Marienthal. Und man muss schon einen Fussweg von etwa 15 Minuten einkalkulieren, wenn man von Marienthal aus zu dem Wirtshaus gelangen will.

Ebenfalls einen Tressen und damit etwas kneipenartiges hat das Lemonato, das griechische Restaurant Ecke Kielmansegg- und Jüthornstraße. Aber wie die Bezeichnung schon sagt, ist es eher ein Restaurant, das zu einem gediegenen Speisen einlädt.

Dann wäre da die Vereins-Gaststätte des Sportvereins Concordia, das ebenfalls einen Tresen hat. Diese Gaststätte hat am ehesten Kneipen-Charakter und lädt dazu ein, ein Bierchen zu zischen. Im Osterkamp gelegen, ist es auch mit einem kurzen Fußmarsch gut zu erreichen.

Es blieben noch die beiden Imbisse im Stadtteil-Zentrum von Marienthal. Der Imbiss der Bäckerei in der Rodigallee. Und der asiatische Imbiss in der Kielmanseggstraße. Beide haben deutlich Imbiss-Charakter, keinen Kneipen-Charakter. Und beide haben ein deutliches Manko: Für viele Alkoholabstinenzler und Gesundheitsbewusste bieten sie kein alkoholfreies Bier an.

Was bliebe noch? Bis vor einigen Jahren gab es einen Imbiss, der das Zeug dazu hatte, mehr aus sich, seinem Angebot und für seine Kunden und Besucher zu tun. Er hätte zu einem wirklich gut besuchten und stark frequentierten Imbiss und Kneipe werden können. Es war ein Imbiss in der Gustav-Adolf-Straße, direkt neben dem Getränke-Handel gelegen. Leider hatte der Betreiber dieses Imbiss das Konzept, seinen Imbiss für manche LKW-Fahrer anzubieten, die auch in den frühen Morgenstunden durch die Gustav-Adolf-Straße fahren. Und er bot ihnen ein passendes Frühstück an. Dies bedeutete jedoch, dass der Imbiss zwar morgens ab 6 Uhr geöffnet war. Jedoch schon nachmittags gegen 14/15 Uhr schloss. Wollte ich mich abends mit einem Kollegen oder Nachbarn dort treffen, um ein Feierabend-Bier zu genießen, hatte der Imbiss leider schon geschlossen. Vermutlich aus diesen Gründe, weil es doch zu wenige Besucher und Kunden gab, hatte der Imbiss dann nach einige Jahren wieder geschlossen.

Nun bleibt es eigentlich daran, dass sich ein risikofreudiger Unternehmer, Restaurantbetreiber oder Schankwirt oder Koch findet, der in Marienthal – möglichst im Stadtteil-Zentrum – eine urige Kneipe öffnet. Um dem Feierabend-Publikum Trank und auch kleinere Speisen anzubieten. Und eine Heimstatt für dieses Publikum zu sein. Auf dass die Kneipenkultur in Marienthal begründet und verbessert wird. Und die Lebensqualität für die Marienthaler noch zunimmt. „Also, wo gehen wir jetzt hin, um ein Feierabend-Bier zu zischen?“
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige