Wohnpolitik: Einstieg in gemischte Belegung

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Das „Haus Elfsaal“ in Jenfeld Foto: rg
Hamburg: Raja-Ilinauk-Straße 57 |

Quartier Elfsaal soll integriert werden – Ziel: Wohnungen auch für Menschen ohne Fluchthintergrund

Von Rainer Glitz
Jenfeld
Die dreigeschossigen Häuser wirken modern und ansprechend, Kinder spielen in der Neubausiedlung am Elfsaal, vor den Häusern steht nur ein Auto. 800 Flüchtlinge mit der Perspektive Wohnen können hier einziehen, weitere 350 in den Modulhäusern hinter dem Bestandsgebäude, dem „Haus Elfsaal“ (das Wochenblatt berichtete). In den Häusern gibt es Wohnungen von 50, 60 und 75 Quadratmetern für drei bis sechs Bewohner. Die Wandsbeker Bundestagsabgeordnete Aydan Özoguz, SPD-Fraktionschef Andreas Dressel und die Wandsbeker Bürgerschaftsabgeordnete Barbara Duden besuchten das Quartier im Rahmen ihrer Sommertour. Ihr Weg führte sie zunächst in eine Musterwohnung im Erdgeschoss. Zwei Schlafzimmer, Küche, barrierefreies Bad und Veranda, die Einrichtung ist eher spartanisch. Genug Platz aber für eine Familie oder eine Wohngemeinschaft.

Kita für Elfsaal kommt

Die Lage in der Nachbarschaft sei entspannt, berichtet Jürgen Fahs, Teamleiter vom Betreiber der Unterkunft, ‚fördern & wohnen‘: „Es gibt kaum Beschwerden, ich hatte es mir schlimmer vorgestellt“, sagt er. Manche alteingesessenen Jenfelder kämen gelegentlich ins Quartier, um sich umzusehen. „Wo sind Schulen, wo sind Kitas? Das sind bei den geflüchteten Familien immer die ersten Fragen“, ergänzt Fahs. Zum Glück gebe es viele Grundschulen in der Umgebung, sagt Barbara Duden. Anders sieht es bei den Kitas aus – dabei gibt es viele Kinder. „Wir brauchen unbedingt im Elfsaal eine eigene Kita“, sagt Marina Sokolowski, Bereichsleiterin von fördern & wohnen. Nach einer längeren Auseinandersetzung mit der SAGA gibt es jetzt eine gute Nachricht: Auf einem kleinen Grundstück am Rande des Quartiers soll bis Mai 2018 eine Einrichtung mit 50 Elementar- und 30 Krippenplätzen entstehen. Der Bauantrag für den Neubau sei bereits gestellt.

Alte und neue Jenfelder zusammenbringen

Andere Probleme sind noch nicht gelöst. So stehen einige Keller der neuen Häuser unter Wasser, es gibt kein Internet. „Wir brauchen hier auch einen Fußballplatz und Grillplätze“, ergänzt Marina Sokolowski. Mehr als zufrieden ist sie mit dem sanierten Bestandsgebäude. „Das ist das Herz des Standortes“, sagt sie. Hier sind eine Rezeption, Büros, Gruppenräume und ein Café als Ort der Begegnung untergebracht. Denn alte und neue Jenfelder will man zusammenbringen. Das ist auch das Hauptziel des Quartiersmanagements. „Das muss langsam wachsen“, erklärt Anette Quast vom Büro Tollerort. Ein entsprechendes Netzwerk werde gerade aufgebaut. Für Andreas Dressel ist nach dem Besuch klar: Das Quartier Elfsaal ist auch für Wohnungssuchende ohne Fluchthintergrund geeignet. „Wir werden uns darum kümmern, dass wir bald eine gemischte Belegung hinbekommen“, verspricht Dressel.

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