ZDF-Krimi im eigenen Wohnzimmer

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Tanja Voss (r.) und ihre Tochter Paulina haben ihr Zuhause für 16 Tage an eine TV-Produktion vermietet Foto: mdt
 
Die Kommissare Mario Diller (l.) und Erich Kessel im ersten Teil „Zum Sterben zu früh“ Foto: ZDFGORDON Photographie
Hamburg: Am Husarenhof |

Tanja Voss hat ihr Reihenhaus an das ZDF für die Fortsetzung des Hamburg-Krimis „Zum Sterben zu früh II“ vermietet

Von Marco Dittmer
Hamburg
Das ZDF schlägt ein neues Kapitel der Hamburger TV-Kommissare Kessler und Diller auf. Für die Dreharbeiten von „Zum Sterben zu früh II“ zog das Produktionsteam in zwei Reihenhäuser am Husarenhof. Als die echten Bewohner während der Dreharbeiten ans Set kommen, erkennen sie ihre Wohnung kaum wieder.

„Zum Sterben zu früh II“


Ein großes buntes Hawaii-Bild hängt über den Esstisch, auf dem Sideboard unter dem Flachbildfernseher steht die DVD-Sammlung, ein Schulheft mit Matheaufgabe liegt aufgeschlagen auf dem Tisch, Tanja Voss schaut sich in ihrem Wohnzimmer um – nichts von den Sachen gehört ihr. Auch Paulina erkennt ihr Kinderzimmer kaum wieder. Auf ihren knallroten Wänden klebt jetzt eine Palmen-Tapete in Moccafarben. Das Spielzimmer der Elfjährigen ist jetzt das Schlafzimmer einer neuen Familie, inklusive Familienfotos an der Wand und nasser Wäsche auf der Leine. Hier wohnt Familie Kessel, eine von zwei Familien um die sich die Filmreihe mit Regisseur Lars Becker dreht. In „Zum Sterben zu früh II“ geht es wie im Vorgänger und dem Erstwerk „Unter Feinden“ um Freundschaft, Verrat und menschliche Abgründe in einer Hamburger Reihenhaussiedlung.

Ermittler-Duo Diller und Kessel


Im Zentrum steht das befreundete Kommissaren-Duo Mario Diller, gespielt von Nicholas Ofczarek und Erich Kessel, Fritz Karl. Kessel will seine Drogensucht überwinden und seine Familie zurückgewinnen. Als nach einem gescheiterten Banküberfall, bei dem auch Kessels Tochter als Geisel genommen wird, das erbeutete Geld teilweise fehlt, glaubt ihm nicht einmal sein Kollege und bester Freund Mario Diller. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Idyllisches Reihenhaus als Kulisse


Als die Kölner Produktionsfirma Network Movie im Februar zwei gegenüberliegende Häuser in einer ruhigen, modernen Reihenhaussiedlung in Hamburg suchte, sagte Tanja Voss sofort zu. „Unsere Freunde wohnen direkt gegenüber. Wir fanden die Idee alle toll“, sagt die 46-Jährige. Nun wohnen sie seit 14 Tagen in einer Ferienwohnung ganz in der Nähe. In der Zeit rückte das TV-Team mit mehreren Lkw-Ladungen an Ausrüstung und einem Kran an, um aus der Reihenhaussiedlung eine Filmkulisse zu machen. Meist wurde in der Nacht von 18 Uhr bis morgens um sechs gedreht, weiß eine Nachbarin. „Bei einem gemeinsamen Filmabend haben wir uns die beiden anderen Teile der Reihe angeschaut, sehr spannend“, sagt Tanja Voss, die stolz ist, dass ihr Wohnzimmer bald auf Deutschlands Bildschirmen zu sehen sein wird.

Tochter hofft auf neue Wandfarbe


Die Schauspieler haben sie während der Zeit ebenfalls kennengelernt. „Jessica Schwarz war total nett“, sagt Paulina. Die 39 Jahre alte Schauspielerin spielt in dem Streifen Claire Kessel, Ehefrau des Kommissars. Ende der Woche kann die Familie dann wieder in ihre Wohnung zurück. Die Produktionsfirma hat zwar versprochen, dass bei ihrem Einzug wieder alles so ist wie bei ihrem Auszug. Paulina hofft aber, dass nicht alles so reibungslos klappt. Denn laut Vertrag werden die Wände gestrichen, falls die Film-Tapete Spuren hinterlässt – eine tolle Gelegenheit gleich eine neue Farbe auf die Wand zu bringen, Paulina hätte dann gern türkis. (mdt)
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