Lehrerin aus Armenien am Gymnasium Meiendorf

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Marine Aleksanyan hospitiert für ein Jahr am Gymnasium Meiendorf Foto: rg
Hamburg: Schierenberg 60 | Marine Aleksanyan hospitiert ein Jahr an der Schule: „Deutschland ist meine zweite Heimat!“

Meiendorf „Es gefällt mir hier sehr gut, ich bin sehr nett empfangen worden. Und hier in Hamburg ist immer etwas los“, sagt Marine Aleksanyan. Sie stammt aus dem 3.700 Kilometer entfernten Armenien. „Ich komme aus einem sonnigen Land, aber das Wetter hier stört mich nicht“, sagt sie. Denn die 39-Jährige ist nicht als Touristin in Hamburg, sondern als Deutschlehrerin. Im Rahmen eines Programms des Pädagogischen Austauschdienstes ist sie für ein Jahr am Gymnasium Meiendorf. Sie arbeitet hier mit Schülern der Klassenstufen fünf, sieben und neun. Sie hospitiert am Gymnasium, beobachtet den Deutschunterricht. Gleichzeitig hilft Aleksanyan bei Förderkursen und in der Internationalen Vorbereitungsklasse. Und es ist ein Projekt für die Siebtklässler in Arbeit: „Schule damals, heute und morgen“. Dafür sollen unter anderem Eltern und Großeltern befragt werden.

Unterschiedliche Lehrmethoden

„Ich lerne jeden Tag, den Unterricht kreativ zu gestalten“, sagt Aleksanyan. In ihrer Schule in der armenischen Hauptstadt Jerewan seien die Schüler motivierter, es gebe aber nicht so viele Möglichkeiten in Sachen Ausstattung. Unterricht bestehe hauptsächlich aus Auswendiglernen. „Hier sind die Methoden ganz anders, es wird mehr auf die Persönlichkeit der Schüler und deren Selbstständigkeit geachtet“, sagt die Lehrerin. Deutsch wird in ihrer Heimat eigentlich nur an Schulen gesprochen. Auch Aleksanyan selbst lernte die Sprache an einer russischen Schule. Eine Freundin ihrer Mutter sprach auch Deutsch: „Sie war mein Vorbild. Als Kind konnte ich mir kaum vorstellen, die Sprache zu studieren.“ „Ich bringe alles, was ich hier lerne, mit nach Hause“, sagt Aleksanyan. Die Schüler aus Jerewan schreiben Briefe und Mails nach Meiendorf, die Schüler hier antworten. „Ich hoffe, es entsteht eine Freundschaft“, sagt die 39-Jährige. Perspektivisch sei auch ein Austausch denkbar.

Ziel: Akzentfrei deutsch sprechen

Sie hat eine kleine Wohnung direkt in Schulnähe gefunden. Im Sommer kommen ihre beiden Töchter, um sie in Meiendorf zu besuchen. „Ich habe mich hier sehr gut eingelebt“, sagt Aleksanyan. Die Kollegen seien sehr hilfsbereit. Und: „Ich fühle mich hier nicht fremd, Armenien ist in der Lebens- und Denkweise sehr europäisch.“ Ihr persönliches Ziel: Akzentfrei deutsch zu sprechen, wie ein Muttersprachler. Denn: „Deutschland ist meine zweite Heimat!“ (rg)
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