Meiendorf hat bei Flüchtlingshilfe viel geleistet

Anzeige
Während der Feier werden die Kinder im Schulhof „bespaßt“ Foto: rg
Hamburg: Hellmesbergerweg |

Arbeiterwohlfahrt feiert Unterstützer der Unterkunft Hellmesbergerweg

Von Rainer Glitz
Meiendorf
„Die Betreuung von Menschen in Not war von Anfang an unsere Aufgabe“, erinnerte Horst Emmel an die Anfänge der Awo im Jahr 1917. Damals tobte der Erste Weltkrieg, jetzt seien Menschen in Not vor dem Bürgerkrieg nach Hamburg gekommen, so der stellvertretende Landesvorsitzende der Awo. Man habe Ende 2015 lange diskutiert, sich aber dann doch entschieden, die Trägerschaft für den ehemaligen Baumarkt in Meiendorf zu übernehmen. „Das ist heute keine Abschiedsveranstaltung“, so Emmel weiter. Denn der Vertrag für die Unterkunft laufe noch bis Februar 2018.

Vorzeige-Erstaufnahme

„Wir hatten am Anfang Startschwierigkeiten, sind inzwischen aber zu einer Vorzeige-Erstaufnahme geworden“, sagte Orhan Akkaya, Leiter der Unterkunft im Hellmesbergerweg. Und von Anfang an seien Freiwillige dabei gewesen, um zu helfen. „Es kamen Flüchtlinge in großer Zahl. Es fanden sich aber auch in großer Zahl Menschen, die helfen wollten“, erinnerte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, an die Zeit ab Ende 2014. Vieles sei damals chaotisch gewesen, deshalb sei Geld für die Flüchtlingsarbeit der Wohlfahrtsverbände bewilligt worden. „Nur wenn man Menschen persönlich kennenlernt, nimmt das mögliche Ängste“, so die Oldenfelder SPD-Politikerin. Das zeigten viele Beispiele ehrenamtlicher Helfer. Auch Wandsbeks Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff lobte das Engagement im Stadtteil. „Meiendorf hat viel geleistet, das ist nicht selbstverständlich“, so der SPD-Politiker. Es sei gelungen, in einer schwierigen Situation Obdachlosigkeit unter den Flüchtlingen zu vermeiden. „Das war nur mit ehrenamtlicher Hilfe möglich“, betonte Ritzenhoff. Und weiter: „Nichts ist besser, als miteinander zu reden.“

Kleiderkammer Meiendorf

Einen wichtigen Beitrag dazu leisteten und leisten die verschiedenen ehrenamtlichen Angebote in Meiendorf, von denen einige exemplarisch geehrt wurden. Darunter war die Deutsch AG, die im September 2015 ihre Arbeit aufnahm. Inzwischen unterrichten die Ehrenamtlichen täglich 100 Flüchtlinge aus verschiedenen Stadtteilen. Das Gymnasium Meiendorf stellt ihnen dafür acht Räume zur Verfügung. Die Kleiderkammer hat bis heute rund 4.000 Menschen ausgestattet. Geehrt wurden auch die Helfer der Fahrradwerkstatt. „Ein Fahrrad bedeutet ein Stück Freiheit und ermöglicht, einmal aus der Einrichtung raus zu kommen“, so einer von ihnen. Mit Musik und Büffet endete die Veranstaltung.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige