Meiendorf: Neues Eltern-Kind-Zentrum ist ein Gewinn

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Eltern und Kinder beim Sommerfest 2016 im EKiZ Foto: Kroeger
 
Kita-Abteilungsleiterin Melanie Berlihn mit dem kleinen Maxim Foto: Möller
Hamburg: Spitzbergenweg 40 |

EKiZ Spitzbergenweg steht Eltern und Kindern offen. Montags bis Freitags und ohne Anmeldung

Von Christa Möller
Meiendorf
Das Leben ändert sich grundlegend, wenn Nachwuchs da ist – eine Situation, in der junge Eltern dankbar sind für jede Unterstützung. Das gilt besonders, wenn sie keinen Kita-Platz für ihr Kind gefunden haben. Hilfestellung für Familien mit Kindern unter drei Jahren bietet das Eltern-Kind-Zentrum (EKiZ), der Kita Spitzbergenweg in Meiendorf, eines von fast vierzig Eltern-Kind-Zentren in ganz Hamburg. Sechs Zentren gibt es im Bezirk Wandsbek. Vorausgegangen war eine Vorgabe des Senats mit dem Ziel eines niedrig schwelligen Angebots, um Familien in schwierigen Lebenssituationen zu stärken, aber auch, um Kinder zu fördern, die keinen Kita-Platz haben. Die meisten kommen aus der Nachbarschaft. Der eineinhalbjährige Maxim war einer der ersten Besucher im EKiZ am Spitzbergenweg 40, das vor einem Jahr eröffnet wurde. Damals kam seine Mama mit seinem größeren Bruder hierher, der jetzt eine Kita besucht, jetzt kommt sie gern mit dem Kleinen. Zielstrebig steuert Maxim auf die Spielecke zu und lässt sich dann von EKiZ-Leiterin Melanie Berlihn auf den Schoß nehmen. Sie vertritt heute Erzieherin Tanja Richter und ist für die Finanzen des Zentrums sowie die Koordinierung der Angebote mit Kooperationspartnern zuständig. „Es ist ein offenes Angebot, jeder kann kommen“, sagt die Sozialpädagogin. Wer möchte, kann sich bis 10 Uhr morgens zum Mittagessen um 11.30 Uhr anmelden. Für Kinder ist es kostenlos, Eltern zahlen zwei Euro.

Kostenloser Besuch


Im EKiZ trifft sich montags zwischen 10 und 11.30 Uhr der Babyclub für Eltern mit Kindern bis zu einem Jahr, ein Angebot in Kooperation mit der Mütterberatung. Dienstags, mittwochs und donnerstags ist das EKiZ von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Manchmal kommt nur eine Mutter, manchmal treffen sich bis zu sechzehn Mütter oder Väter, einige mit bis zu vier Kindern, im EKiZ. Darunter sind sowohl Eltern auf der Suche nach Orientierung als auch gesettelte Mütter, die zum Austausch kommen, weiß Kita-Leiter Detlef Kroeger. Für Eltern und Kinder ist der Besuch hier kostenlos. Finanziert wird das EKiZ durch ein städtisches Budget. Damit muss der Träger, in diesem Fall „Elbkinder – Vereinigung Hamburger Kitas“, Personalkosten finanzieren für die Erzieherin, die hier mit 21,5 Stunden tätig ist, sowie für EKiZ-Leiterin Melanie Berlihn, von deren 25 Wochenarbeitsstunden acht Stunden auf das EKiZ entfallen. Aber unter anderem sind auch Kosten für die einzelnen Beratungsangebote darin enthalten – in Kooperation mit dem Netzwerk Oldenfelde erfolgen Schuldner-, Sozial- und Erziehungsberatung sowie nach Bedarf Vorträge etwa zum Thema „Wann ist Schluss mit Schnuller & Co.“ oder „Brauchen Kinder Grenzen?“ Übrigens ist die Erzieherin keinesfalls für die Betreuung der Kinder zuständig – hier stehen gemeinsame Aktionen von Eltern und Kindern im Mittelpunkt.

Weitere EKiZE in Hamburg


Für das EKiZ Spitzbergenweg bekam die Kita einen Anbau mit separatem Eingang und Sanitärräumen, einem Besprechungszimmer sowie einem großen Raum für den Treff. Dienstags ist die Meiendorfer Musikschule „Zauber der Musik“ zu Gast, mittwochs gibt es im Wechsel ein Bewegungsangebot mit Tanja Richter beziehungsweise zum Thema Ernährung gemeinsames Kochen mit einer Oecotrophologin, wobei an diesem Tag im Anschluss natürlich das gemeinsame und in diesem Fall kostenlose Essen auf dem Programm steht. Und am Donnerstag geht es um Sinneserfahrung etwa durch gemeinsames Basteln. „Vier Eltern sprechen gar kein Deutsch“, sagt Melanie Berlihn. Und so gibt es außerdem ein Projekt mit der Sprachbrücke Hamburg, einem weiteren Kooperationspartner, bei dem Ehrenamtler den Eltern beispielsweise die deutsche Sprache beibringen. Zur Zeit ist das älteste Kind vier Jahre alt, die meisten sind bis zweieinhalb. Die Eltern schätzen den Erfahrungsaustausch und die Hilfsangebote etwa zum Dolmetschen durch andere Eltern. Detlef Kroeger geht mit Blick auf die Flüchtlinge davon aus, dass es zukünftig noch weitere EKiZE in Hamburg geben wird. „Das Tollste ist, man braucht keinen Platz. Man kann einfach kommen, wenn nicht um 9, dann um 10 oder 11“, betont Melanie Berlihn. Sie ergänzt: „In allen Situationen und Nöten, mit denen die Eltern kommen, wird versucht, eine Lösung zu finden.“ Detlef Kroeger fügt hinzu: „Es ist ein Andock-Punkt im Stadtteil, wo junge Mütter und Kinder sich treffen können. Das ist für die Region ein echter Gewinn.“

Infos und Kontakt: Kita Spitzbergenweg, Spitzbergenweg 40, Telefon 678 41 22, E-Mail: kita-spitzbergenweg@elbinder-kitas.de
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