„Wir wollen weitermachen“

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Die Mitstreiter der Kleiderkammer Meiendorf nach der Räumung des alten Standortes

Kleiderkammer sucht weiter passende Halle. Helfer stehen in Startlöchern

Von Rainer Glitz

MEIENDORF. Eigentlich wäre es jetzt an der Zeit, Sommersachen für die Flüchtlinge im Stadtteil zu sammeln. Doch die Arbeit der Meiendorfer Kleiderkammer liegt trotz steigender Temperaturen noch immer auf Eis. Die alten Räume im ehemaligen Schleckermarkt im EKZ Spitzbergenweg mussten die Ehrenamtlichen Anfang Mai räumen. „Wir waren mit 30 Helfern 12 Stunden lang im Einsatz und haben drei Lastwagen gefüllt“, berichtet Barbara Adden. Sie ist im Vorstand des neugegründeten Vereins „Kleiderkammer Meiendorf.“

Die im Stadtteil gesammelten und penibel sortierten Kleider sind derzeit bei Hanseatic Help in Bramfeld untergebracht. Vorübergehend, wie die Ehrenamtlichen betonen. „Wir wollen weitermachen, auch um die Meiendorfer bei der Stange zu halten“, sagt Adden. Der Zulauf und die Spendenbereitschaft seien riesig gewesen.

Über Facebook hat die Kleiderkammer eine Liste von 150 Unterstützern organisiert, beim Stadtteilfest kamen noch einmal 30 neue E-Mail-Adressen hinzu. Alle stünden in den Startlöchern, sagt Barbara Adden: „Wir wollen jetzt loslegen!“ Doch noch immer wird eine passende Halle gesucht. Dabei war der Vertrag für neue Räume im Bargkoppelweg eigentlich schon fast unterschrieben, scheiterte aber in letzter Minute. Nun haben die Mitstreiter der Meiendorfer Kleiderkammer den Standort Meiendorfer Mühlenweg ins Auge gefasst. Bei den Elbewerkstätten wird die Tischlerei geschlossen, die Verhandlungen über die 2.000 Quadratmeter-Fläche laufen. Das Problem ist die Finanzierung. Dabei ergeben sich durch die Gründung eines Vereins neue Möglichkeiten.

„Wir wollen künftig den ganzen Bezirk Wandsbek abdecken“, sagt Vorstandsmitglied Barbara Adden. Denkbar wären auch mobile Annahmestellen für Kleidung, etwa auf Wochenmärkten. Dabei wollen die Meiendorfer mit anderen Initiativen, etwa in den Walddörfern, kooperieren und ihre Erfahrung einbringen. Rund 3.500 Flüchtlinge haben sie mit dem Nötigsten ausgestattet. „Das wäre so sonst nicht möglich gewesen“, betonen die Ehrenamtlichen. Ihre Arbeit sei nicht nur persönlich befriedigend gewesen. Es sei eben keine Massenabfertigung, sondern individuelle Hilfe mit direktem Kontakt zu den Flüchtlingen.

Und: Die Kleiderkammer Meiendorf war stets ein Ort der Begegnung mit Zugang für alle, anders als in den Zentralen Erstaufnahmen. Immer wieder leisteten die Freiwilligen Überzeugungsarbeit und bauten Vorurteile bei den Meiendorfern ab. „Die Kleidung bleibt hier und geht an Menschen, die sie brauchen“, betont Barbara Adden. Sie bittet Spendenwillige, noch zu warten.
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