Mümmelmannsberg: Jugendkeller unter Wasser

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Sozialarbeiter Thorsten Kunde wohnt in der Nähe. Sonst hätte er den Wasserschaden vielleicht gar nicht entdeckt Foto: fbt
 
Zu viel Regenwasser kann die Kanalisation nicht mehr aufnehmen. Es drückt ins Gebäude. Ein Ventil könnte helfen Foto: fbt
Hamburg: Mümmelmannsberg 62 |

Hamburger Verein bleibt auf Kosten im Freizeitheim vermutlich sitzen

Von Frank Berno Timm
Billstedt
Das Unwetter von vergangenem Mittwoch hat im Jugendkeller Mümmelmannsberg erneut einen erheblichen Wasserschaden verursacht (das Wochenblatt berichtete). Den letzten musste der Verein selbst beheben – nun prüft die Saga, wie verhindert werden kann, dass wieder Wasser eindringt.

Freizeittreff für 35 Kinder

Der Eingang zum Jugendkeller Mümmelmannsberg, der von einem Verein Freie Jugendarbeit e. V. (VfJ) betrieben wird, liegt ein paar Stufen unter dem Straßenniveau. Die Mauern und die Treppe sind mit Teppichfliesen drapiert: Irgendwie muss das Wasser aus den 80 Quadratmetern Brandschutzteppich ja wieder herauskommen und die Fliesen trocknen. Sozialarbeiter Thorsten Kunde, der in der Nähe wohnt, findet es „ein Glück, dass ich nicht weggefahren bin“, als am letzten Mittwoch das Gewitter über Billstedt hinweggezogen ist. Das Unwetter hat für einen hohen Schaden in dem kleinen Keller gesorgt, den Kunde auf mindestens 1500 Euro schätzt. Der Kellerraum dient als Freizeitheim für etwa 35 Kinder und Jugendliche.

Kanalisation überlastet

Das Inventar des Tresenraums müsste wegen der Nässe eigentlich komplett rausgenommen werden. Ein paar Schritte weiter ist ein kleines Musikzimmer, in dem ein Klavier steht: Dort kommt die Nässe schon durch die Wände, sagt Kunde. Der Fußboden ist immer wieder rutschig, die Feuchtigkeit ist allgegenwärtig. Der Sozialarbeiter öffnet die Tür zum Treppenhaus – gegenüber ist der Keller der Wohnungen, die über dem Jugendtreff liegen. Dort gibt es einen Schacht: Hier spritze das Wasser heraus und laufe in den Keller, wenn es regnet. Die Kanalisation können das Wasser nicht mehr aufnehmen, dann läuft es über. Eigentlich müsste hier ein Rückstauventil eingebaut oder das Rohr komplett dicht gemacht werden.

Saga will Kosten nicht tragen

Bislang weigerte sich die Saga, dieses zu übernehmen. Schon im letzten Jahr hatte der Jugendkeller mit einem Wasserschaden zu kämpfen. Kunde erzählt, dass er den Putz danach kniehoch abgeschlagen und wieder erneuert hat. Sein Verein, der den Keller betreibt, hat einen Nutzungsvertrag mit der Saga und muss nur die Betriebskosten bezahlen, deshalb verschiebe die Saga notwendige Arbeiten. Auch, wenn die Feuerwehr den Keller auspumpen würde, müsse der Verein die Kosten tragen. Das immerhin dementiert Feuerwehrsprecher Werner Nölken: In der Regel müsse die Kosten für das Auspumpen der Eigentümer tragen.

Verein hofft auf Bau von Pavillon

Eigentlich will Kunde mit seinen 35 Stammbesuchern zwischen 9 und 13 Jahren möglichst bald umziehen. Bei der SPD liegt ein Antrag in der Bezirksversammlung vor, mit dem erreicht werden soll, dass für die offene Arbeit des Vereins in Mümmelmannsberg ein Pavillon gebaut wird, der mit 200 Quadratmetern auch bessere Bedingungen bietet. Der jetzige, tageslichtfreie Keller hat gerade 80 Quadratmeter Fläche. Doch repariert werden muss das augenblickliche Quartier ja trotzdem. Saga-Sprecher Gunnar Gläser erklärt dem Hamburger Wochenblatt, die hausinternen Techniker würden der Ursache des Wassereindringens nachgehen und eine externe Fachfirma hinzuziehen. „Die Siele des Gebäudes wurden bereits geprüft. Dabei gab es keine Auffälligkeiten. Der hofseitige Eingang zu den Sielen werde nun mit einer Kamera befahren.“ Außerdem soll die Fuge unter der Türschwelle geschlossen und geprüft werden, „ob ein sogenannter Rückschlag im Keller sinnvoll ist, um das Eindringen von Wasser künftig zu verhindern“.

Das Spendenkonto des Vereins für freie Jugendarbeit lautet DE12 2019 0003 0054 2124 05 bei der Hamburger Volksbank. Weitere Infos: Verein Freie Jugendarbeit e.V.
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1 Kommentar
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Erich Heeder aus Billstedt | 24.08.2017 | 14:49  
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