SoVD Hamburg: „Wir brauchen 6.000 neue Sozialwohnungen pro Jahr – für alle.“

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Klaus Wicher

„Wir freuen uns natürlich, wenn Parteien neue Ideen für den sozialen Wohnungsbau haben. Ein Stiftungsmodell kann helfen, Wohnraum für besonders benachteiligte Bürger und Flüchtlinge zu schaffen. Doch wir müssen größer denken“, sagt Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender desSozialverbands SoVD. „Wir brauchen pro Jahr 6.000 neue Sozialwohnungen, um bezahlbaren Wohnraum auch für Bedürftige zu schaffen“.



Wicher verweist auf die 14 Prozent der Hamburger, die an oder unterhalb der Armutsgrenze leben. Für sie sind freie Wohnungen unbezahlbar. Mehr als 40 Prozent der Hamburger Haushalte sind Paragraph-5-Schein-berechtigt: Ihr Einkommen ist so gering, dass sie Anspruch auf eine Sozialwohnung haben - wenn es genügend gäbe. Aber auch Durchschnitts- und Geringverdiener werden in die Randbereiche verdrängt.

„Nur wenn der soziale Wohnungsbau massiv wiederbelebt wird, kann der Senat gegen Mietwucher und für eine maßvolle Mietenpolitik eintreten. Das wirkt sich dann zu Gunsten aller Benachteiligten aus, die kaum Chancen auf bezahlbaren Wohnraum haben. Seien es Frauen, die Frauenhäuser verlassen wollen, Hartz IV- und Sozialhilfeempfänger, Familien, Langzeitarbeitslose oder Flüchtlinge“, so Wicher. „Der Senat denkt in die richtige Richtung, wenn ein Drittel der 6.000 neu gebauten Wohnungen sozial gebunden sind. Doch dies reicht nicht, um den radikalen Abriss des sozialen Wohnungsbaus der vergangenen Jahre, auch in der Zeit vor der SPD-Regierung, wettzumachen“. Die Zahl der Sozialwohnungen sinkt in Hamburg seit Jahren: Innerhalb von 15 Jahren hat sie sich mehr als halbiert. 2000 lag der Anteil bei 17,8 Prozent. Fünf Jahre später bei 14,9 Prozent, derzeit bei etwa 11 Prozent. Allein 2012 und 2013 verloren 13.234 Hamburger Sozialwohnungen ihre Mietpreisbindung. Da nur 2.000 neue Wohnungen entstanden, fielen per Saldo etwa 10.000 Wohnungen weg. In den 1970er-Jahren gab es noch rund 400.000 Sozialwohnungen. Derzeit sind es etwa 94.000.

Weitere Informationen: Karin Wöhrmann, Landesgeschäftsführerin, Tel.: 0160 / 98981456
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