SoVD Hamburg zum Armutsbericht 2014: Hamburger Spitzenposition beim Zuwachs armer Menschen

Anzeige
Klaus Wicher: "Armut in Hamburg wächst"

"Armut hat sich in Hamburg auf einem Rekordniveau verfestigt. Und Hamburg hält nun auch noch den traurigen Rekord, dass hier die Zahl der Armen im vergangenen Jahr um 2,1 Prozent und damit im Bundesvergleich am stärksten zugenommen hat“, sagt Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender des SoVD Hamburg.

Er nimmt Bezug auf den gerade veröffentlichten Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbandes. Danach liegt die Armutsquote in Hamburg gemäß Armutsbericht 2014 bei 16,9 Prozent, im Jahr 2012 betrug sie 14,8 Prozent. 2011 galten 14,7 Prozent als arm, 2010 waren es 13,3 Prozent. Damit platziert sich Hamburg zwar im Mittelfeld der „armen“ Metropolen. Angesichts des bundesweit höchsten Wertes beim Bruttoinlandsprodukt von 2.809,49 Mrd. Euro ist diese Armutsquote zu relativieren. Offenbar schafft es die Stadt zwar, Reichtum zu schaffen, aber nicht, ihn sozial gerecht zu verteilen“, so Wicher. Ein Ehepaar mit zwei Kindern und einem Einkommen von weniger als 1.873 Euro ist arm.

„Armut verhärtet sich in Hamburg auf hohem Niveau. Danach ist trotz des starken Wirtschaftswachstum und der parallelen guten Entwicklung des Arbeitsmarktes die Armut nicht nur nicht zurückgegangen. Sie stieg in Hamburg, selbst unter dem sozialdemokratischen Senat, sogar überproportional im Bundesvergleich an.“ Wicher kritisiert damit die politische Einschätzung, der größte Teil der Hamburger sei ökonomisch abgesichert und die Armutsgefährdung weiche zurück.- So habe der SoVD schon oft etwa auf die Kinderarmut oder die Armut der Alten hingewiesen: „Die jüngsten Zahlen zeigen, dass wir damit richtig liegen und sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet.“ Der SoVD erneuert daher seine Forderungen, Teilzeitarbeit, Minijobs und Jobs im Niedriglohnsektor einzudämmen, einen sozialen Arbeitsmarkt für Langzeitarbeitslose einzurichten und die Hilfen zur Integration von sozial benachteiligten Familien zu verstärken.“

Wurde die Sozialpolitik noch im Bürgerschaftswahlkampf stiefmütterlich behandelt und vernachlässigt, so muss die Bekämpfung der Armut und sozialen Spaltung zum zentralen Thema der rot-grünen Koalitionsverhandlungen und des künftigen Senats werden. Dies macht der jetzt veröffentlichte Bericht überdeutlich.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige