Lesetipp: "Moderne Fußball-Sprache" von Uwe Loll (erschienen im Engelsdorfer Verlag)

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(Be)schreibt, wie im Fußball gesprochen wird: Autor Uwe Loll. (Foto: Uwe Loll; Engelsdorfer Verlag)
 
Nach 90 Minuten ist noch lange nicht Schluss: die Hobbyläufer Stefan Keller (Heidelberg) und Uwe Loll (rechts im Bild) beim Ziel-Bierchen nach einem Marathon. (Foto: Uwe Loll)
Die Sprache in der weltschönsten Nebensache ist oft unfreiwillig komisch; z. B., wenn sich Loddar oder Poldi äußern. Das aber ist nur eine Facette in der Fußballsprache. Der Sportexperte Uwe Loll widmet sich einem bisher nicht beackerten Fachgebiet - dem Gerede im und um den Ballsport.

Was sagen Spieler, Trainer, Sprecher, Vereinspräsidenten und warum sagen sie es? Wie reden Fans und Stadionbesucher? Und wie hat sich die Sprache im Sportjournalismus entwickelt? Denn Fußball läuft auf immer mehr Sendern und immer schneller. In vielen Zeitungen, Zeitschriften und im Internet sowie in den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Google +.

Uwe Loll ist Medienprofi (siehe unten: Zum Autor), er hat viele Jahre den Sportchefs in seinen Redaktionen gesagt, wo es diesbezüglich lang geht.

Sein im Engelsdorfer Verlag erschienenes Buch "Moderne Fußball-Sprache" widmet er einem ehemaligen Ost-Trainer, von dem der Spruch stammt: "Wer nicht alles gibt - gibt nichts!".

Dazu hat der Verlag eine Anekdote parat: Es war im Leipzig der 1960er Jahre, als die zuständigen DDR-Kader die lokalen Fußballgrößen antreten ließen, die vermeintlich besten zum staatlich geförderten Sportclub abkommandierten und den Rest von Trainer Alfred Kunze in dessen BSG Chemie Leipzig trainieren ließen. In dieser Saison wurde der Alles oder Nichts-Leitspruch Kunzes geboren. Und siehe da: die abservierte "Reserve" wurde im gleichen Jahr in der Ostzone Fußballmeister, behauptete sich gegen all die staatlich bevorzugten FCs und SCs.

Chemie-Trainer Kunze verwendete eine wirkungsvolle Sprache in seiner kleinen Betriebssportgemeinschaft. Und was sagte Roman Weidenfeller von Borussia Dortmund nach der Saison 2011? "We have a grandios Saison gespielt." Hätten the Chemiker damals can also say ...

In diesem Buch geht es um die moderne deutsche Fußballsprache. Sie ist anders als zu Kunzes oder Herbergers Zeiten. Sie durchläuft wie das Spiel einen stetigen Wandel.

Uwe Loll hat zahlreiche Sprachlottereien von den Trapattonis dieser Welt kuratiert. Zudem belegt der Saarländer, dass populär vor allem diejenigen sind, die nicht nur erfolgreich, sondern auch authentisch und emotional auftreten. Beste Beispiele sind Trainer wie Christian Streich (Freiburg) und Jürgen Klopp (Dortmund), die in ihrer Rolle als Coaches aufgehen und so sind, wie sie sind. Darüber hinaus widmet sich der Autor auch Ultras und Stadionsongs.

Lolls Buch ist jetzt im Engelsdorfer Verlag erschienen, der 2004 in Leipzig von Schriftsteller Tino Hemmann gegründet wurde. Zuvor war „Moderne Fußball-Sprache“ bereits bei amazon für 89 Cent als E-Book in der Kindle-Edition erhältlich.

Die etwas mehr als 200 Seiten lesen sich kurzweilig und amüsant. Nicht nur für eingefleischte Fußballfans ist dieses Buch eine richtig gute Geschenkidee, die auf dem weihnachtlichen Gabentisch oder zum Geburtstag bestens ankommen wird.

Zum Autor:


Uwe Loll, Jahrgang 1967, ist Diplom-Politikwissenschaftler, Anglist, Soziologe und Kommunikationstrainer, seine Spezialgebiete sind "Präsentieren für Profis" und "Schlagfertig mit Medientricks". Er hat mehr als 20 Jahre im Radio gearbeitet; als Geschäftsführer, Programmdirektor, Chefredakteur, Reporter und Moderator. Auch in der Fußballbranche war Uwe Loll zuhause. Während seiner Zeit in Leipzig fungierte er beim FC Sachsen als Verwaltungsratsvorsitzender, Presse- und Stadionsprecher. Der mittlerweile abgewickelte FC Sachsen Leipzig war Nachfolger der oben erwähnten legendären BSG Chemie - und so schließt sich der Kreis zu Trainer Kunze.

Privat läuft der gebürtige Hesse gern länger als 90 Minuten…
Er hat bereits 20 Marathons absolviert -seine Bestzeit: 3 Stunden 34 Minuten. Lolls nächstes Ziel: Europas berühmtester Ultralauf auf der 100 Kilometer langen Strecke. (mehr unter www.uweloll.de)

Uwe Loll: Moderne Fußball-Sprache. Oder: "Einen Tick mehr Gier und Qualität beim nächsten Schritt"
ISBN 978-3-95488-041-6, 1. Auflage 2012, Engelsdorfer Verlag
Coverfoto © bornebach - Fotolia.com
Taschenbuch, 233 Seiten, 9,99 Euro
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