Farbflächen wie Drucke

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Edward Kofi Louis vor einer roten Wand, an der einige seiner Bilder hängen. Er freut sich über die Gelegenheit, seine Bilder in der Stadtteilbücherei Garstedt auszustellen Foto: Nowatzky

Edward Kofi Louis zeigt seine Arbeiten in der Stadtbücherei

Norderstedt „Ich zeichne immer, wenn ich Zeit habe“, sagt Edward Kofi Louis. Während er seine Kunst und Technik erklärt, gleitet sein Blick schon wieder über das eben noch weiße Papier. Mit schnellem Strich entsteht aus einer bloßen Wellenlinie ein Frauenkopf, Perlen um den schlanken Hals verbinden sich zu einem bunten afrikanischen Halsschmuck.
Der Kugelschreiber ist Louis‘ Werkzeug, mit ihm entstehen Farbflächen, die auf den ersten Blick wie gedruckt scheinen. Der ehemalige Mathematiklehrer aus Ghana entdeckte mehr durch Zufall seine ganz persönliche Technik, um mit afrikanischen Motiven ausdrucksstarke Bilder zu schaffen. Seit 1983 zeichnet er mit dem „Ballpoint“, dem Kugelschreiber. Aus dem Hobby, bei dem der heute 52-Jährige seine Bilder fast immer verschenkte, wurde mit einer ersten Ausstellung in Ghana mehr. Seit 2005 lebt der von vielen „Louis“ genannte Ghanaer in Deutschland, ist verheiratet und kümmert sich als Hausmann um den gemeinsamen Sohn. Doch immer wenn er Zeit hat, zeichnet er.
Manche Bilder brauchen bis zu drei Monate. „Meine Technik braucht Zeit“, erklärt er, „und viele Kugelschreiber.“ Zwischen 16 und 20 schwarze Stifte hat er allein für seinen schwarz-weißen Elefanten verbraucht. Zunächst malte er nur mit schwarz, später kamen die Farben dazu. Wenn es die gewünschte Farbe als Kugelschreiber nicht gibt, nutzt Louis inzwischen auch Acryl, allerdings mit den gleichen feinen Strichen, die er auch mit den Ballpoints setzt.
24 seiner Werke sind bis Montag, 21. Oktober, in der Stadtteilbücherei Garstedt zu sehen. Leiterin Karin Stäter nutzte die Interkulturelle Woche als Anlass, Louis‘ Arbeiten den Lesern zu präsentieren.
Die Leser und vor allem auch die Mitarbeiter der Bücherei sind begeistert von den Bildern, die vor allem an der roten Wand gleich im Eingangsbereich auffällig präsentiert sind. „Ich könnte die ganze rote Wand mitnehmen“, schwärmt Susanne Stühmer. Und auch die ersten Kaufanfragen hat es schon gegeben. (now)
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