Liebe zur Musik als Hoffnungsschimmer

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Susanne Orosz lebt bei Ahrensburg und liest erstmals in Norderstedt im Stadtmuseum Foto: wb

Autorin Susanne Orosz liest in Norderstedt aus dem Jugendbuch „Lenis Lied“

Norderstedt Das Stadtmuseum Norderstedt zeigt aktuell die Sonderausstellung „Kindheit in der Nachkriegszeit“ anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsendes. Am 18. Juni um 18.30 Uhr liest Susanne Orosz im Friedrichsgaber Weg 290 aus ihrem Jugendroman „Lenis Lied“, der 2014 mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet wurde. Das Wochenblatt sprach vor der Lesung mit der Autorin, die in Wien aufwuchs und seit fünf Jahren in der Nähe von Ahrensburg lebt.

Wochenblatt: Frau Orosz, Ihr Roman erzählt die Geschichte der neunjährigen Leni, die 1948 aus einem Klosterinternat ins Elternhaus nach Wien zurückkehrt und in sich die Kraft entdeckt, in der Nachkriegsgesellschaft ihren eigenen Weg zu finden. Basiert die Geschichte auf Familienerzählungen?
Susanne Orosz: „Lenis Lied“ ist eine fiktive Erzählung, jedoch haben mich intensive Gespräche mit meinen Eltern inspiriert, ein Buch über ihre Kindheit aus der Perspektive eines Mädchens zu schreiben. Darüber hinaus habe ich eingehend in Bibliotheken und Archiven recherchiert, was den Roman sehr ortsgetreu und realitätsnah macht.

WB: Was fasziniert an der Hauptfigur?
Orosz: Lenis Lebensmut und ihre Lebensfreude, die sie in einer Zeit entwickelt, die von materiellen Nöte und seelischen Missständen geprägt war. Trotz aller Widrigkeiten gelangt sie zu einem positiven Weltbild und findet sich über die Liebe zur Musik selber.

WB: Sie haben 2014 den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis für „Lenis Lied“ erhalten. Ein Werk ausschließlich für jüngere Leser?
Orosz: Auf keinen Fall, das Buch versteht sich generationenübergreifend. Kinder und Jugendliche finden durch die Romanform leichter Zugang zu dem Thema „Leben in der Nachkriegszeit“. Es ist spannender und emotionaler, Lebensrealitäten aus den Jahren nach der Nazi-Zeit zu erfahren als schlichte Daten und Fakten im Geschichtsbuch zu lernen.

WB: Sie lesen vor Schulklassen, aber auch vor Erwachsenen. Wie reagieren die Älteren?
Orosz: Offen, manchmal nachdenklich. Menschen, die die Zeit erlebt haben, fühlen sich dorthin zurückversetzt. Dabei ist unwichtig, ob das Buch in Wien, Hamburg oder Berlin spielt. Die eigenen Erlebnisse werden wieder wach; die Menschen fangen an zu erzählen. Am meisten freue ich mich immer auf die Gespräche nach der Lesung – mit Zeitzeugen, mit jungen Zeitforschern, mit allen Besuchern. Ich möchte Menschen ins Gespräch bringen und wünsche mir, dass Großeltern mit Kindern und Enkeln zu meiner Lesung ins Stadtmuseum Norderstedt kommen. (blu)
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