... zum Dritten, verkauft!

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Überglücklich fuhr Jasmin Hagdorn mit ihrem „Traum-Rad“ nach Hause – mit 300 Euro hatte sie das höchste Gebot des Tages abgegeben Foto: Blume

In Norderstedt kamen Fundsachen im Minutentakt „unter den Hammer“

Von Claudia Blume
Norderstedt
Für das silberne Damenrad sind 130 Euro geboten. „Zum ersten, zum zweiten“, Auktionator Andreas Finster blickt fragend in rund 150 Augenpaare vor seinem Podium. Dann lässt er den Hammer fallen und Laura-Marie springt juchzend in die Höhe. Nicht nur sinnbildlich hat die Elfjährige auf einen Schlag ein schickes neues Fahrrad bekommen. „Für den Schulweg und zum Rumgurken“, wie Mutter Sandra Nikodem augenzwinkernd sagt. Zweimal pro Jahr findet in der Garage des Ordnungsamtes die Fundsachenversteigerung der Stadtverwaltung statt. Im Minutentakt gingen 47 Räder, Handys, Uhren, Taschen und Skateboards über den Auktionstisch. Objekte, die im Laufe des Jahres von Mitarbeitern des Bauhof gefunden oder die bei der Polizei abgegeben wurden. „Sieben Monate hat der Eigentümer Zeit sich zu melden, danach wird versteigert. Die Einnahmen erhält die Stadt“, erklärt Andreas Finster, Fachdienstleiter des Ordnungsamtes – aktuell kamen 2700 Euro zusammen. Darunter sind auch mal Kuriositäten wie vor zwei Jahren eine chinesische Massageliege. „Ich wundere mich vor allem bei nahezu nagelneuen Rädern, warum die nicht vermisst werden“, sinniert der Hobby-Auktionator. Stefan Brand hat gesucht und nicht gefunden – „im vergangenen Jahr wurde mir mein Mountainbike geklaut, deshalb muss ein neues her.“ 100 Euro hatte der Norderstedter in der Tasche. Für 25 Euro ersteigerte er sein lilafarbenes „Schnäppchen“ – zwar mit Macken, aber fahrtüchtig. „Für den Restbetrag gibt es einen neuen Sattel und ein vernünftiges Schloss, damit ich endlich wieder mobil bin. Und wenn es wieder wegkommt, tut es nicht so weh.“ Im Schnitt gingen Fahrräder für 40 Euro weg, Sets mit jeweils zwei Smartphones für 105 Euro, ein leerer Aktenkoffer brachte drei Euro; sogar Reifensets mit Alufelgen fanden für 80 Euro einen neuen Besitzer. Jasmin Hagedorn kam ohne Erwartung und fuhr mit ihrem „Traum-Rad“ nach Hause. „Ich wollte schon immer eine ‚Gazelle’ haben, da diese Marke sehr hochwertig ist und die Räder extrem bequem zu fahren sind“, sagte der Auktionsneuling. Ein bisschen bangen musste die junge Frau allerdings, denn auch anderen Bietern gefiel das dunkelblaue gepflegte Hollandrad. Nach dem Startpreis von zwei Euro stiegen die Gebote schnell in die Höhe, doch bei 300 Euro wollte keiner mehr mitgehen. „Ich freue mich riesig“, sagte die junge Norderstedterin und strahlte übers ganze Gesicht, „im Internet werden die Modelle für 800 Euro gehandelt, da bin ich richtig günstig weggekommen.“
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