40 Prozent weniger Raddiebstähle

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Codierungsexperte Franz Reuter nimmt das Fahrrad der achtjährigen Jolie Kramp unter die LupeFotos:: rj

Fahrradcodierungen wirken abschreckend. Franz Reuter graviert sie ein

Henstedt-Ulzburg. „Die Kriminalstatistik für unsere Gemeinde zeigt, dass die Diebstähle von Fahrrädern im Jahre 2012 gegenüber dem Vorjahr von 168 auf 107 zurückgegangen ist.“ Das sind etwa 40 Prozent weniger Diebstähle. Zu dieser positiven Bilanz kommt Jens Rossow, Chef der Polizei-Zentralstation in Henstedt-Ulzburg.
Auffällig sei vor allem, dass kein einziges codiertes Rad entwendet wurde. „Mögliche Diebe erkennen solche Fahrräder und halten sich zurück, denn sie können sie nicht verkaufen“, sagt Rossow.
Seit 15 Jahren kümmert sich Franz Reuter (74) im südlichen Schleswig-Holstein um die Codierung von Fahrrädern. Vergangene Woche machte Reuter, der pensionierter Polizeibeamter ist, Stopp vor auf dem Parkplatz und im Garagentrakt der Polizei-Zentralstation in der Maurepassstraße. Die Sicherung gegen Diebstahl kostet zwölf Euro.

„Das ist ein schönes Gefühl, wenn man sich gegen Diebstahl absichern kann.“
Heinz Hanebutte


Auch Heinz und Renate Hanebutte aus Kisdorf nahmen den Service in Anspruch. Renate Hanebutte bekam von ihrem Mann ein neues
Tourenrad geschenkt. Keine günstige Anschaffung, die das Paar vor Diebstahl schützen möchte. „Das ist ein schönes Gefühl, dass man sich gegen Diebstahl absichern kann“, sagt Heinz Hanebutte
Auch Jolie Kramp, begleitet von ihrem Großvater, ist
mit ihrem blank geputzten Zweirad gekommen und reiht sich in die Warteschlange
ein. Dann lässt sie sich von Franz Reuter in die Geheimnisse der Codierung einweihen. So wie das auch Jörg Marx
mit seinem 2800 Euro teuren Elektrorad tut, mit dem er schon 12.000 Kilometer
geradelt ist.

5000 Codierungen

Mehr als 5000 Codierungen hat Reuter in seinem Leben schon durchgeführt. „Beschwerden hat es noch nicht gegeben“, sagt er. Bei einer Codierung wird eine bundesweit gültige Zahlen-Buchstaben-Kombination (Kreis, Stadt/Gemeinde, Straße, Name) in den Rahmen graviert. Dadurch ist die eindeutige Identifizierung des Besitzers möglich. Ein zusätzlicher Aufkleber, der auf den Code hinweist, soll potenzielle Diebe abschrecken.
Auch wenn laut Kriminalitätsstatistik die Diebstähle nachlassen, werden auch immer weniger Fahrraddiebstähle aufgeklärt. So sank die Aufklärungsquote in Henstedt-Ulzburg von 4,8 auf 1,9 Prozent. „Es wäre besser, wenn jeder Fahrradbesitzer sein Rad codieren lassen würde“, sagt Franz Reuter. (rj)
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