Abriss und Neubauten bis 2025

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Die Bausubstanz des Schulzentrums Süd ist nicht sanierungsfähig – es wird abgerissen Foto: blu

Studie zum Schulentwicklungsplan vorgestellt. Bis Jahresende soll es Entscheidungen geben

Von Claudia Blume
Norderstedt. In zwei Jahren kreist über dem Gelände des Schulzentrums Süd und der Horst-Embacher-Schule die Abrissbirne. Das sieht der neue Schulentwicklungsplan vor. Viele Schulgebäude in Norderstedt stammen aus den 70er-Jahren und sind veraltet. „Der Sanierungs- und Modernisierungsbedarf ist allgemein hoch“, sagt Schuldezernentin Anette Reinders. Um der jahrelangen Flickschusterei und den punktuellen Reparaturen ein Ende zu setzen, hat die Verwaltung eine Studie in Auftrag gegeben, die nun im Ausschuss für Schule und Sport erstmals der Politik präsentiert wurde.
Mit dem Schulentwicklungsplan 2025 stellte das Beratungsunternehmen Steria Mummert Consulting aus Hamburg nahezu allen weiterführenden Schulen Norderstedts ein mieses Zeugnis aus: die Bausubstanz ist äußerst marode, die Dächer müssen saniert werden, ebenso die Außenanlagen. Altbauten vieler Gebäude weisen energetische Mängel auf.

Fünf Szenarien für die Schullandschaft

Die Hamburger Beratungsfirma entwickelte für ihre Analyse fünf Szenarien, wie die Schullandschaft Norderstedts unter Berücksichtigung von Demografie, Sozialraumvernetzung und anderen Kriterien in Zukunft aussehen könnte. In allen Plänen wird in jedem Fall das Schulzentrum Süd abgerissen und auf dem bisherigen Sportplatz neu gebaut. Szenario A sieht beispielsweise den Neubau für das Lise-Meitner-Gymnasium und die Gemeinschaftsschule Ossenmoorpark vor. Auch die Horst-Embacher-Schule soll einen Neubau erhalten. Im Szenario B wird die Gemeinschaftsschule Ossenmoorpark „geopfert“, dafür erhält die Gemeinschaftsschule Harksheide eine gymnasiale Oberstufe. Szenario C sieht die Schließung der Horst-Embacher-Schule sowie eine Verlagerung und einen Neubau der Grundschule Lütjenmoor mit Übernahme der bisherigen Räumlichkeiten durch die Willy-Brandt-Schule vor. In einem weiteren Szenario wurde mit dem Neubau des Schulzentrums Süd mit jeweils vierzügigem Gymnasium sowie Gemeinschaftsschule geplant. Die Horst-Embacher-Schule fiele in diesem Fall weg, dafür werden andere Gemeinschaftsschulen erweitert. „Die Investitionskosten liegen im zweistelligen Millionenbereich“, vermutet Anette Reinders, betont aber, „dass noch keine Präferenz für ein Modell vorliegt.“ Vor der Sommerpause geht die Studie den Fraktionen zu. Bis Jahresende erhofft sie sich einen Beschluss, „damit die Umsetzung zügig und zeitnah erfolgen kann.“

Qualität der Abschlüsse muss stimmen

Entgegen Schätzungen aus vorherigen Jahren sieht die Studie steigende Schülerzahlen für Norderstedt. Grund: Neubaugebiete wie im Garstedter Dreieck. Zudem kommen viele Schüler aus dem Umland. Problematisch sei die Fluktuation der Schüler zwischen den verschiedenen Schularten. 54 Prozent der Fünftklässler werden bei einem der vier Gymnasien angemeldet, allerdings wechselt mit Beginn von Klasse 7 leistungsbedingt ein Teil auf Gemeinschaftsschulen, die in Folge dessen zunehmend Raum- und Kapazitätsprobleme haben. „Ziel muss es sein, die Qualität einer Schule nicht an der Anzahl ihrer Anmeldungen zu messen, sondern an ihrer Abschlussquote“, so die Schuldezernentin.
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