„Adlerblick“ sichtet Straßenschäden in Norderstedt

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Das eine Million Euro teure Eagle-Eye ist mit zwölf Kameras ausgestattet Foto: Nowatzky

Kamerafahrt bietet Kosten-Prognose

Norderstedt Jeweils zwei Kameras zeigen nach vorne, zu den Seiten und nach hinten, zusätzlich steht auf einem Stativ eine 360 Grad Kamera, die ein Panoramabild liefern soll – ein ungewöhnliches Szenario in den vergangenen Tagen auf Norderstedts Straßen. Das „Eagle-Eye“, zu deutsch: Adlerauge, wie der rund eine Million teure silber-orangene Kleinbus mit seiner Ausstattung genannt wird, fuhr rund 300 Straßen-Kilometer einfach im fließenden Verkehr in Norderstedt auf und ab. Das Fahrzeug der Berliner Firma „eagle eye technologies“ erstellte dabei im Fünf-Meter-Abstand Bilder vom Straßenbelag, von Kantsteinen und direktem Straßenumfeld. „Das geht ganz automatisch, damit alle zwölf Kameras auf einmal auslösen“, erklärt Stefan Lange von der Firma. Der Umweltwissenschaftler sieht die Bilder direkt am Bildschirm im Wagen und wertet die Daten aus. „Wir können auf den Bildern jedes Schlagloch, den Zustand der Kanaldeckel und weitere Schäden sehen und in Karten eintragen“, erklärt er. Etwa 30 Kilometer pro Tag können so exakt fotografiert und vermessen werden. Für die Stadtverwaltung wird es auf diese Art am Ende eine ganz neue Straßenkarte geben: In grün über gelb bis knallrot werden dann die Straßen eingezeichnet sein, je nach individuellem Zustand. „Wir sagen der Stadt auch, wie viel Geld es kosten würde, um die jeweiligen Straßen in Stand zu setzen“, so Lange weiter. Schon 2013 gab die Stadt eine erste Befahrung in Auftrag. Mit der erneuten Tour sollen die Prioritätenlisten und Zeitpläne für Straßen-Reparaturen oder sogar eine komplette Sanierung erstellt werden. Zwar sind auf den Bildern der Kameras auch die angrenzenden Häuser und fahrende oder parkende Fahrzeuge zu sehen, doch die interessieren für die Auswertung absolut nicht. „Der Datenschutz wird natürlich beachtet. Nur die Stadtverwaltung erhält Bilder und Auswertungen“,verspricht Stadtsprecher Olaf Struppek. (now)
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