Advent im Kinderdorf

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Lisa-Marie schaut noch etwas skeptisch. Für das Mädchen ist es das erste Weihnachten mit Sabine Freitag und den neuen Geschwistern im SOS-Kinderdorf Foto: Nowatzky

Sabine Freitag verrät, wie sie mit ihren Schützlingen feiert

Von Stefanie Nowatzky
Norderstedt. Lisa-Marie betrachtet den adventlich geschmückten Tisch. Noch ist sie etwas skeptisch. Weihnachtsdekoration klebt an den Fenstern, die Kerzen am Adventskranz brennen und es duftet nach Keksen. Für das eineinhalbjährige Mädchen wird es das erste Weihnachten in ihrer Familie im SOS-Kinderdorf sein. Sie wird mit ihren neuen Geschwistern Sebastian (12), Lizzi (10), Miriam (6) und Yannik (5) und Mama Sabine im „Haus August“ feiern. „Das spektakuläre an Weihnachten im Dorf ist, dass es genau so ist, wie bei den meisten anderen Familien auch“, sagt Pressesprecher Manfred Thurau. 50 Kinder leben zur Zeit dauerhaft in der Einrichtung am Henstedter Weg.

Weihnachten in Familie

Die Weihnachtstage werden in den einzelnen Familien gefeiert. Vorher gibt es im Dorf aber schon den lebenden Adventskalender, an dem zweimal in der Woche ein Haus die Tür öffnet und die Bewohner alle zu Kakao, Basteleien oder Keksen einladen. „Das ist sehr schön“, findet Sabine Freitag. Sie ist seit fünf Jahren im Kinderdorf, ihre kleine Familie ist in den letzten vier Jahren stetig angewachsen. Jetzt ist sie mit den Kindern in den Weihnachts-
vorbereitungen. Gemeinsam haben alle gebacken und geschmückt. Wie in den vergangenen Jahren wird die Kinderdorf-Mutter gemeinsam mit allen Kindern einen Baum aussuchen, am Heiligabend wird dann mit dem Ältesten geschmückt. Weihnachten im SOS-Kinderdorf wird wie in vielen anderen Norderstedter Familien gefeiert. „Bei den meisten Menschen ist ein Kinderheim mit dem Bild von großen Schlafsälen verbunden. Auch bei den Kindern, die zu uns kommen“, erzählt Manfred Thurau vom SOS-Kinderdorf. Stattdessen merken die Kinder hier, dass sie willkommen sind, sich jemand kümmert und sie viele Chancen in Familienatmosphäre haben. Auch Chance auf Normalität. Und so haben die fünf Kinder von Sabine Freitag, die eine der SOS-Kinderdorfmütter ist, Wunschzettel geschrieben und verziert, werden, wenn sie mögen, an Heiligabend Gedichte aufsagen, Geschenke auspacken und dann alle gemeinsam das Festessen genießen. „Ich lege immer zu Weihnachten eine weiße Tischdecke auf“, erzählt Sabine schmunzelnd aus den letzten Jahren. Zudem darf immer das älteste der Geschwister mit ihr den Baum schmücken. „Für die Kleineren soll es eine Überraschung sein“, sagt die 51-Jährige. „Als ich das erste Mal hier den Baum mit echten Kerzen und einer Lichterkette geschmückt habe, waren die Kinder ganz verwundert. Mit echten Kerzen hatte vorher noch keiner einen Weihnachtsbaum erlebt.“ Ganz traditionell wird es Gänsekeule mit Rotkohl und Knödeln geben, wie Sabine es von zu Hause kennt. (now)
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