Allianz mit Ellerau bröckelt

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Die Gemeinde Ellerau wird seit zehn Jahren von Norderstedt verwaltet. Ihre Sachbearbeiter unterstehen bisher dem Norderstedter Oberbürgermeister Foto: bf

Gemeinde will einen eigenen Bürgermeister. Zukunft der Gemeinschaft unklar

Von Burkhard Fuchs
Ellerau/Norderstedt
Die etwa 6.000 Einwohner zählende Gemeinde Ellerau will wieder einen hauptamtlichen Bürgermeister haben. Das beschloss der Gemeinderat auf seiner Sitzung im März mit großer Mehrheit. Die Gemeinde will dafür im nächsten Jahr 105.000 Euro in den Haushalt einstellen. Mit der BVE-Gemeindevertreterin Regina Stöver, 48, die in der benachbarten Stadtverwaltung Quickborn im Liegenschaftsamt arbeitet, gibt es bereits eine erste Kandidatin für diesen Posten. Gewählt wird am 7. Mai 2017. Unklar ist bislang, welche Auswirkungen das auf die Verwaltungsgemeinschaft mit Norderstedt haben wird, die bis zum 30. Juni diesen Jahres zum Ablauf des Jahres 2017 erstmals gekündigt oder modifiziert werden könnte. Denn Ellerau will nach zehn Jahren Gemeinschaft seinen Bürgermeister wieder mit Personalkompetenzen ausstatten, die der ehrenamtlich tätige Eckart Urban, SPD, zurzeit nur über die 82 Mitarbeiter der Gemeinde in Kindergarten, Kommunalbetrieben, Volkshochschule, Reinigungsdienst und Bauhof hat. Nicht aber über die etwa zehn Mitarbeiter im Rathaus, die dem Norderstedter Oberbürgermeister unterstehen. „Da hakt es oft“, sagt BVE-Gemeindevertreter Heiner Hahn. Die Stadt Norderstedt, die vom Ellerauer Gemeinderatsbeschluss völlig überrascht wurde, reagiert schmallippig. „Wir äußern uns zurzeit nicht zu dieser Angelegenheit“, sagt Stadtsprecher Hauke Borchardt. Ellerau müsse nun erklären, wie es sich die künftige Zusammenarbeit vorstelle. Die Verwaltungsgemeinschaft kostet Ellerau zurzeit 580.000 Euro im Jahr. „Nächstes Jahr sollen wir 650.000 Euro nach Norderstedt überweisen“, sagt Hahn, der dem Finanzausschuss der Gemeindevertretung vorsitzt. Hauptgrund für die Rückkehr sei das Arbeitspensum des Amtes, betonen Hahn und Stöver. Dieses sei als Ehrenamt nicht mehr zu erfüllen. Für Berufstätige käme es schon zeitlich nicht in Frage, sagt Hahn. Bereits im Herbst soll die Stelle ausgeschrieben werden.
Regina Stöver traue sich diese Aufgabe zu, sie habe sechs Jahre Verwaltungserfahrung in Quickborn. Als zusätzliches Pfund bringt sie ihren Bekanntheitsgrad als Erste Vorsitzende des Sportvereins TSV Ellerau mit ein.

Info: Verwaltungsgemeinschaft

Von 1998 bis 2006 hatte Ellerau noch eine eigene Verwaltung und mit Torsten Thormählen einen hauptamtlichen Bürgermeister. Mit der Verfügung der Landesregierung, dass jede Verwaltungseinheit mindestens 8.000 Einwohner in ihrem Amtsbereich haben sollte, musste Ellerau sich einer anderen Verwaltung anschließen. Dafür wählten die Gemeindevertreter nicht das Amt Kaltenkirchen-Land aus, zu dem sie bis 1998 gehörten, sondern die Stadt Norderstedt, die im Januar 2007 Elleraus Verwaltungsmitarbeiter übernahm und ein täglich offenes Bürgerbüro mit acht Mitarbeitern im Ellerauer Rathaus eingerichtet hat. Diese unterstehen allerdings dem Oberbürgermeister Norderstedts, nicht dem ehrenamtlichen Bürgermeister Elleraus. (bf)
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