Ampel-Warnsystem soll Kinder schützen

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Karin Leutner ist beim TuS Quickborn für den Kinderschutz zuständig Foto: aj

TuS Holstein Quickborn setzt verstärkt auf Prävention

Quickborn Vor eineinhalb Jahren prägte ein zur Anzeige gekommener Missbrauchsfall an einem minderjährigen Jungen beim TuS Holstein Quickborn die Schlagzeilen. Der Vorfall um den geständigen und mittlerweile verurteilten Übungsleiter hat seinerzeit nicht nur blankes Entsetzen nach sich gezogen, sondern für Konsequenzen gesorgt. „So unglaublich es klingen mag, aber es war der verurteilte Trainer, der sich während einer Delegiertenversammlung für den Kinderschutz stark gemacht hat“, sagt die Kinderschutzbeauftragte des TuS Holstein, Karin Leutner, die das neu geschaffene Amt Ende 2015 übernommen hat.
Für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen haben Sport, Spiel und Bewegung einen hohen Stellenwert. All diese Aktionen sind von Emotionen, Körperlichkeit und Nähe geprägt. Diese natürlichen Eigenschaften können aber leider auch missbraucht werden. Deshalb ist der Kinderschutz in der Vereinssatzung des TuS Holstein fest verankert. Die Kinderschutzbeauftragte ist die erste Anlaufstelle für betroffene Personen. „Ich fungiere an einem neutralen Ort, an dem die Situation vertraulich behandelt werden kann. Weiterhin kommuniziere ich mit anderen Beratungsstellen und Behörden, um das weitere Vorgehen in die Wege zu leiten“, sagt Leutner.

Erweitertes Führungszeugnis

Bevor zukünftige Vereinstrainer ihre Tätigkeit aufnehmen, müssen sie den Ehrenkodex unterschreiben und ein für Sportvereine kostenloses „Erweitertes Führungszeugnis“ vorlegen. Die Schutzbeauftragte verlangt neuen Übungsleitern auch mehr Sicherheit im Umgang mit dieser besonderen Thematik ab. „Ich bin dafür zuständig, dass alle Vereinstrainer in diese Richtung geschult werden“, betont Leutner, die sich im Sport- und Bildungszentrum des Landessportverbandes Schleswig-Holstein auf die Aufgabe vorbereitet hat. Eine erfolgreiche Methode zur Schulung von Schutzkonzepten in Sportvereinen ist das Ampel-Warnsystem. „Ich erläutere einzelne Fallbeispiele, die dann je nach Gefahreneinschätzung den entsprechenden Farben zugeordnet werden. Grün ist meistens völlig in Ordnung, Gelb bedeutet einen kritischen Grenzbereich, während Rot ein klares Nein zu den Verhaltensweisen aufzeigt“, erklärt die Expertin.
Generell rät die Kinderschutzbeauftragte dazu, das Verhalten des Kindes genau zu beobachten. Sport soll Freude bereiten, der Verein ein sicherer Ort für Kinder und Jugendliche sein. (aj)

Weitere Infos: www.tus-holstein-quickborn.de, Telefon 04106/67582, E-Mail: tus-holstein-quickborn@t-online.de
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